Porsche-Chef Michael Leiters will die Produktion des erfolgreichen SUV Cayenne mit allen drei Antriebsvarianten von Bratislava nach Leipzig verlagern. Dies berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Samstag unter Berufung auf Arbeitnehmerkreise. Ziel sei es, die Auslastung des sächsischen Werks langfristig zu sichern.
Lohnsenkung als Bedingung
Voraussetzung für die Verlagerung sei jedoch, dass die Arbeitnehmerseite einer spürbaren Absenkung der Löhne zustimme, da die Entgelthöhen in der Slowakei deutlich unter dem Niveau der deutschen Porsche-Mitarbeiter liegen. Ein Porsche-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.
Hintergrund: Umbau bei Volkswagen
Der Mutterkonzern Volkswagen steht Insidern zufolge vor dem größten Umbauprogramm seiner fast 90-jährigen Geschichte. Konzernchef Oliver Blume habe dem Aufsichtsrat seine Pläne für das Sanierungsprogramm vorgelegt, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von Insidern erfuhr. Die Pläne sehen unter anderem vor, die Produktion von Konzernautos in den Werken Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm auslaufen zu lassen. Branchenexperten befürchten, dass im Konzern in den kommenden Jahren 100.000 Stellen wegfallen könnten.
Druck auf Porsche-Chef Leiters
Investoren hatten Porsche-Chef Leiters bei der Hauptversammlung zu mehr Tempo bei seinem Sanierungskurs gedrängt. Leiters, der seit Jahresbeginn an der Spitze von Porsche steht, setzt bei den Autos den Rotstift an. „Das Portfolio sei zu komplex geworden, insbesondere im Vergleich mit den Wettbewerbern“, hatte er gesagt. Deswegen werde die Zahl der Varianten reduziert. Zugleich erwäge das Unternehmen, sein Angebot an margenträchtigen Modellen auszubauen, sowohl bei den klassischen Sportwagen als auch bei großen SUV-Fahrzeugen. Auch bei den Kosten will er ansetzen.



