Anna-Seghers-Preis: Catrileo und Schultz ausgezeichnet
Anna-Seghers-Preis: Catrileo und Schultz geehrt

Die chilenische Autorin Daniela Catrileo und die deutsche Autorin Sonja M. Schultz werden in diesem Jahr mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet. Die mit jeweils 12.500 Euro dotierte Auszeichnung der Anna-Seghers-Stiftung soll am 6. Juni in der Akademie der Künste Berlin verliehen werden, wie die Stiftung mitteilte. Die Verleihung findet im jährlichen Wechsel in Mainz und Berlin statt.

Brücke zwischen den Welten

Der Anna-Seghers-Preis wird an junge Autorinnen und Autoren aus dem deutschen Sprachraum und aus Lateinamerika verliehen, die im Sinne von Anna Seghers eine Brücke zwischen beiden literarischen Welten schlagen und sich mit ihren Werken für eine gerechtere Welt einsetzen. Dies betonte die Stiftung in ihrer Ankündigung.

Daniela Catrileo: Stimme der Mapuche

Die 1987 in Chile geborene Autorin und Philosophie-Dozentin Daniela Catrileo wuchs zweisprachig auf: Spanisch und Mapundungun, die Sprache des indigenen Volkes der Mapuche. Ihre Erzählungen, Romane und Essays konzentrieren sich auf Formen rassistisch und sexistisch motivierter Gewalt. Eine Jurorin hob hervor, dass Catrileo sich aller Mittel und Gattungen der Literatur sowie der mündlichen Ausdrucksformen der Mapuche-Kultur bediene – und darüber hinaus auch der Musik, der bildenden Künste und der Performance.

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Sonja M. Schultz: Rebellion in der DDR

Die im Jahr 1975 im Umland von Hamburg geborene und in Berlin lebende Preisträgerin Sonja M. Schultz veröffentlichte 2019 ihr viel beachtetes Romandebüt „Hundesohn“. Ihr zweiter Roman „Mauerpogo“ aus dem Jahr 2025 stellt junge rebellische Menschen in den erzählerischen Mittelpunkt, die in einem nicht mehr existierenden Land leben, der DDR. Es gehe um die Selbstbehauptung von Jugendlichen, „die in das normative Wertesystem einer Gesellschaft nicht passen wollen“, wurde ein Juror zitiert.

Feierliche Verleihung

Die feierliche Verleihung des Anna-Seghers-Preises ist für den 6. Juni in der Akademie der Künste in Berlin geplant. Die Stiftung würdigt damit erneut junge literarische Talente, die mit ihren Werken gesellschaftliche Brücken bauen und für Gerechtigkeit eintreten.

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