Am 2. und 3. Mai öffneten mehr als 50 Künstlerpersönlichkeiten in der Prignitz ihre Ateliers für Besucher. Die Aktionstage boten eine einzigartige Gelegenheit, die lokale Kunstszene hautnah zu erleben. Mit eigens angefertigten Schildern und Plakaten machten die Kreativen auf ihre Arbeitsstätten aufmerksam. Von Skulpturen und Installationen über Malerei bis hin zur Druckkunst war ein breites Spektrum vertreten. Jost Löber, der die Veranstaltung koordinierte, empfing Gäste in seinem Garten und erklärte: „Wir haben nichts dagegen, wenn jemand den ganzen Tag hier verbringt, aber wenn jemand zehn Ateliers besuchen will, geht das auch.“
Kreative Zusammenarbeit in idyllischer Umgebung
In Horst befindet sich das „Atelier im Grünen“, ein altes Gutsverwalterhaus, in dem die Künstler Jost Löber und Katja Martin leben und arbeiten. In ihrem Garten waren Skulpturen und Installationen ausgestellt, darunter zwei Frauenfiguren aus zusammengeschweißtem Altmetall und die Installation „Offene Arme“, die aus ausgemusterten Feuerwehrschläuchen besteht. In den Innenräumen präsentierte Katja Martin ihre Bilder und bestickten Textilien in einer temporären Galerie. Bei Kaffee, Kuchen und Sonnenschein kamen Besucher mit dem Künstler-Duo ins Gespräch. Löber betonte, dass es bei den Aktionstagen vor allem darum gehe, Aufmerksamkeit zu generieren und die Vielfalt der lokalen Kunstszene zu zeigen. „Wir haben über 30 Atelierstandorte, die mitmachen. Wenn wir das zusammen machen, haben wir eine große Reichweite“, so Löber.
Vielfältige Kunst an vielen Orten
Nicht nur in der Prignitz, sondern im gesamten Bundesland Brandenburg fanden Veranstaltungen statt – an mehr als 700 Orten. Die Landkreise unterstützten das Event finanziell. Die Künstler nutzten die Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen und neue Gäste anzuziehen. „Man ist am Ort des Geschehens. Da ist natürlich eine andere Atmosphäre als in einer Galerie“, erklärte Löber. Auch Freunde aus der Nachbarschaft besuchten ihn. In Lindenberg öffnete Tamara Trölsch ihr „Atelier unter den Linden“. Gemeinsam mit dem Maler Felix Carl und Kathrin Schittkowski zeigte sie eine bunte Mischung aus Drucken, Keramik und Gemälden. Besucher konnten eine Druckmaschine ausprobieren und selbst kreativ werden. Währenddessen malte Schittkowski im Schatten einer Scheune ein Landschaftsbild.
Begeisterte Besucher und Künstler
Jochen Gehrke aus Reckenthin besuchte mehrere Ausstellungen und war beeindruckt: „Mich haben viele Sachen beeindruckt. Auch in der Brennerei in Krams habe ich sehr viele Objekte gesehen, die mich faszinieren. Hier in der Druckerei bin ich zum ersten Mal. Das Mischen von Kunst und Technik ist spannend.“ In der alten Schnapsfabrik in Krams zeigte Sibylle Waldhausen Figuren aus Bronze und Gips, darunter eine lebensgroße Reiterfigur. „Ich fand es sehr schön, so interessierte Leute hier zu empfangen“, sagte die studierte Bildhauerin und gewährte Einblicke in ihren Arbeitsprozess. Auch in Perleberg gab es ein Pop-Up-Atelier im Kulturkombinat. Nadine Pedde und Kathrin Jahnes nutzten den Weißen Saal, um Zeichnungen und Textilkunst auszustellen. „Wir sind total zufrieden. Es kamen super nette Leute und wir hatten tolle Gespräche über Kunst und Kultur in Perleberg“, berichtete Pedde. Das Wochenende konnte als Erfolg gewertet werden – für die Kreativen, Kunstliebhaber und die gesamte Region.



