„Mario war ein großartiger Mensch“: Bewegender Abschied von Adorf in München
Bewegender Abschied von Mario Adorf in München

„Mario war ein großartiger Mensch“ – mit diesen und vielen weiteren bewegenden Worten nahmen am Samstagnachmittag (2. Mai) Familie, Freunde und prominente Wegbegleiter Abschied von der Schauspiel-Legende Mario Adorf. In der Münchner St. Michael Kirche (Jesuitenkirche Sankt Michael) versammelten sich rund 200 geladene Gäste, um dem im Alter von 95 Jahren verstorbenen Schauspieler die letzte Ehre zu erweisen. Die Atmosphäre war still, würdevoll und zutiefst emotional.

Ein stiller Abschied im engsten Kreis

Schon vor Beginn der Zeremonie lag eine besondere Stimmung in der Luft. Wegbegleiter, Freunde und prominente Gäste trafen sichtlich bewegt ein. Viele von ihnen verbanden jahrzehntelange Erinnerungen mit Adorf – auf der Bühne, vor der Kamera und im privaten Leben. Zwei überdimensionale Portraits der Filmlegende auf schwarzem Hintergrund zierten den Altar, dazu weiße Kerzen und weiße Chrysanthemen. Die Kirche in der proppevollen Neuhauser Straße war von Schaulustigen gesäumt, die der Trauergesellschaft Respekt zollten.

Tochter Stella mit bewegender Rede

In der Kirche selbst wurde es schließlich still: In einer sehr persönlichen und emotionalen Zeremonie wurde an das außergewöhnliche Leben und Wirken des Schauspielers erinnert. Tochter Stella Maria Adorf schloss ihre Ansprache mit den Worten: „Wir waren Kumpel, und wie gerne würde ich ihm jetzt zurufen: ‚Da capo, Mario!‘“ (Zu deutsch in etwa: „Spiel’s noch einmal!“). Die 62-Jährige fand damit den perfekten Ausdruck für die tiefe Verbundenheit zwischen Vater und Tochter.

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München – Adorfs Herzensstadt

München lag Adorf zeitlebens am Herzen. An den Münchner Kammerspielen begann in den Fünfzigerjahren seine Weltkarriere. In Schwabing besaß er ein großzügiges Apartment – ein Rückzugsort in der Stadt, die ihm stets besonders viel bedeutete. Dass München für Adorf weit mehr als nur eine Station war, zeigte sich an vielen Stellen der Trauerfeier.

Prominente Weggefährten erweisen letzte Ehre

Unter den Trauergästen befanden sich zahlreiche bekannte Gesichter aus Film, Fernsehen und Kultur: Uschi Glas, Senta Berger, Iris Berben, Veronica Ferres, David Dietl, Günter Netzer, Michael Graeter und Dominik Elstner, Sohn der verstorbenen Hannelore Elsner. Veronica Ferres, die Adorf beim Dreh der Kult-Komödie „Rossini“ kennenlernte, nannte ihn den „warmherzigsten Menschen“. Sie erzählte: „Mein Vater und Mario Adorf waren das gleiche ‚Baujahr‘, waren befreundet, und auch ich war 35 Jahre lang mit ihm befreundet. Wir sind zusammen in den Urlaub gefahren. Das war jetzt ein ganz, ganz schwerer Abschied.“ Regisseur David Dietl, Sohn von Helmut Dietl, sagte: „Mein Vater und er waren sehr eng. Ich bin heute hier, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.“ Senta Berger, die ebenfalls zur Trauergesellschaft gehörte, meinte: „Mario Adorf war mein Lebensfreund.“

Witwe Monique dankt auf Französisch

Witwe Monique Faye (81) kam mit einem VIP-Shuttle vom Hotel Bayerischer Hof. Sie nahm Trauerbekundungen entgegen und dankte auf Französisch: „Merci beaucoup – vielen Dank.“ Sie wirkte gefasst, doch die Trauer war ihr anzusehen. Begleitet wurde sie von Michael Stark, Adorfs langjährigem Manager.

Günter Netzer zu Tränen gerührt

Der ehemalige Fußballstar Günter Netzer, mit Ehefrau Elvira, resümierte mit tränenerstickter Stimme: „Mario war ein großartiger Mensch, ich bin froh, dass ich ihn über viele Jahrzehnte auf seinem Lebensweg begleiten durfte.“ Er wischte sich eine Träne aus den Augen.

Empfang im Bayerischen Hof

Nach der Zeremonie zog die Gesellschaft mit einem schwarzen Shuttle-Bus weiter in den Bayerischen Hof, wo ein Empfang im Dachgarten-Restaurant stattfand. In ruhiger Atmosphäre, hoch über den Dächern Münchens, bei Sonnenschein und 24 Grad, wurde gemeinsam des Schauspielers gedacht. Dieser Ort trägt TV-Erinnerung in sich: Hier entstanden in den Achtzigern Szenen der Kultserie „Kir Royal“, in der Adorf als schillernder Kleberfabrikant Heinrich Haffenlofer am Pool des Luxushotels brillierte.

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Letzte Ruhe in Saint-Tropez

Auch wenn München für Mario Adorf eine wichtige Rolle spielte, wird seine letzte Ruhestätte in Frankreich liegen. Der Schauspieler wurde bereits eingeäschert. Seine Beisetzung soll in den kommenden Wochen im engsten Familienkreis auf dem Cimetière marin de Saint-Tropez erfolgen – mit Blick auf das Mittelmeer. Saint-Tropez war für Adorf und seine Frau Monique ein ganz besonderer Ort. Dort verbrachten sie viele gemeinsame Sommer, fernab des Rampenlichts.

Adorf hinterlässt Ehefrau, Tochter und Enkel

Mit Mario Adorf verliert die Filmwelt eine prägende Persönlichkeit. Er hinterlässt seine Ehefrau Monique, Tochter Stella (62) sowie Enkel Julius (22). Stella stammt aus einer früheren Beziehung mit der Schauspielerin Lis Verhoeven. Mario Adorf wird unvergessen bleiben – als Schauspieler, als Mensch und als Freund.