Biennale-Präsident Buttafuoco nach Jury-Rücktritt unter Beschuss
Biennale-Chef Buttafuoco gerät unter Druck

Kurz vor dem Start der 61. Kunstbiennale in Venedig gerät Präsident Pietrangelo Buttafuoco nach dem geschlossenen Rücktritt der Jury massiv unter Druck. Italiens Kulturminister Alessandro Giuli warf dem 62-Jährigen vor, mit der Wiederzulassung Russlands eine inoffizielle Außenpolitik betrieben zu haben. „Er ist Opfer einer pazifistischen Fantasie geworden“, zitierte die Zeitung „La Repubblica“ den Minister. Inzwischen wird über eine baldige Ablösung Buttafuocos spekuliert.

Jury-Rücktritt und abgesagte Eröffnungsfeier

Die gesamte Jury trat im Streit über den Umgang mit Russland und Israel zurück. Die für Samstag geplante Eröffnungsfeier wurde abgesagt, ebenso die traditionelle Verleihung der Goldenen Löwen. Die Preise sollen nun erst am letzten Ausstellungstag im November vergeben werden – nicht mehr durch eine Jury, sondern durch eine Besucherabstimmung.

Minister kritisiert Buttafuocos Alleingang

Buttafuoco, ein Journalist und Schriftsteller aus dem rechten Lager, wurde im März 2024 von der Regierung Meloni ernannt. Er galt bislang als Freund des Kulturministers. Nun warf Giuli ihm vor, eine Art „Vereinte Nationen der Kunst“ geplant zu haben. „Am Ende gab er sich der Illusion hin, Außenpolitik betreiben zu können. Das ist jedoch Aufgabe der Regierung und des Parlaments“, so Giuli. Die Biennale habe einen beträchtlichen Imageschaden erlitten.

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Hintergrund: Russland und Israel im Fokus

Die Biennale zählt neben der documenta in Kassel zu den wichtigsten Veranstaltungen zeitgenössischer Kunst. Die 61. Ausgabe geriet jedoch in die Mühlen der Weltpolitik: Erstmals seit 2022 wird wieder Kunst aus Russland gezeigt, mitten im Ukraine-Krieg. Zudem schloss die Jury vergangene Woche sowohl Russland als auch Israel von der Preisvergabe aus. Auf dem Biennale-Gelände stehen nationale Pavillons, die bereits vor der offiziellen Eröffnung von der Fachwelt besichtigt werden können.

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