Der Direktor der Deutschen Oper Berlin, Thomas Fehrle, hat den Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson bedauert. „Mir tut es persönlich sehr leid für Sarah, weil sie das wirklich sehr engagiert gemacht hat und auch kompetent war – oder ist –, was ja nicht selbstverständlich ist in diesem Bereich“, sagte er am Samstag in der RBB-„Abendschau“.
Fehrle als Vorsitzender des Bühnenvereins
Fehrle ist Vorsitzender des Landesverbandes Bühnenverein Berlin, zu dessen Mitgliedern unter anderem das Berliner Ensemble, das Staatsballett Berlin, die Komische Oper und der Friedrichstadt-Palast zählen. Der Rücktritt der Senatorin habe in der Kulturszene für Verunsicherung gesorgt, so Fehrle.
Frage der Nachbesetzung
Zwei Monate vor der parlamentarischen Sommerpause des Berliner Abgeordnetenhauses sei fraglich, ob es sich noch lohne, das Amt neu zu besetzen, sagte Fehrle. „Ich würde das eher so sehen, dass wahrscheinlich der Regierende Bürgermeister das Amt zu sich nimmt, und der hat eine Staatssekretärin, und vielleicht sozusagen darüber diesen Bereich stärkt.“
Hintergrund des Rücktritts
Fünf Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus war Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) am Freitag zurückgetreten. Die 56-Jährige zog damit Konsequenzen aus einem Bericht des Rechnungshofs, der die Förderung mehrerer Projekte im Bereich der Antisemitismusprävention als rechtswidrig bewertet hatte. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) muss damit bereits zum zweiten Mal während seiner Amtszeit eine Nachfolge für den Posten finden. Die Unsicherheit in der Kulturszene bleibt bestehen, während über die Zukunft des Amtes spekuliert wird.



