Die Zeit drängt für die Zukunft des Georgiums und der Anhaltischen Gemäldegalerie in Dessau-Roßlau. Harald Meller, kommissarischer Vorstand und Direktor der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, hat sich mit einer leidenschaftlichen Rede an den Stadtrat gewandt und für eine vollständige Zustiftung von Schloss und Park Georgium sowie der Gemäldegalerie an die Kulturstiftung geworben. Derzeit befinden sich diese Kulturgüter noch in städtischem Besitz.
Unterschiedliche Auffassungen in der Politik
Die Frage, wie es mit dem Georgium und der Gemäldegalerie weitergehen soll, spaltet die politischen Lager. Während Meller für eine Übertragung der gesamten Liegenschaft an die Kulturstiftung plädiert, gibt es Stimmen, die nur einen Teil der Joachim-Ernst-Stiftung an das Land abgeben wollen. Oberbürgermeister Robert Reck vertritt in dieser Frage einen eigenen Standpunkt, der im Stadtrat für Diskussionen sorgt.
Appell von Harald Meller
In seiner Rede betonte Meller die Dringlichkeit der Entscheidung. Er warb eindringlich dafür, das Georgium und die Gemäldegalerie komplett der Kulturstiftung zuzustiften, um den langfristigen Erhalt und die Entwicklung dieser bedeutenden kulturellen Einrichtungen zu sichern. Die Zeit dränge, da sonst wertvolle Chancen für die Region verloren gehen könnten.
Position des Oberbürgermeisters
Oberbürgermeister Robert Reck hingegen äußerte Vorbehalte gegenüber einer vollständigen Zustiftung. Er plädiert dafür, zumindest einen Teil der Sammlung in städtischer Hand zu behalten, um den Einfluss der Stadt auf die Nutzung und Präsentation der Kunstwerke zu wahren. Diese Position stößt jedoch bei den Befürwortern einer Gesamtlösung auf Kritik.
Die Diskussion im Stadtrat verdeutlicht die Komplexität der Entscheidung. Es geht nicht nur um den Erhalt historischer Bausubstanz, sondern auch um die Frage, wie die kulturelle Identität der Region bewahrt und weiterentwickelt werden kann. Eine Einigung muss zeitnah gefunden werden, um die Zukunft dieser kulturellen Schätze zu sichern.



