Nach nicht einmal einem Jahr im Amt gibt sie auf! BILD erfuhr: Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (56, parteilos) will heute, 10 Uhr, um ihre Entlassung bitten. Grund ist ihre Verstrickung in die Fördergeld-Affäre.
Seit Monaten steht die Politikerin in der Kritik, gibt es ständig neue Vorwürfe. Der Rechnungshof wurde eingeschaltet. Donnerstagfrüh wurde der Senatskanzlei der Bericht der Prüfer zugestellt. Darin ein vernichtendes Urteil: Die Kulturverwaltung habe eindeutig rechtswidrig und willkürlich gehandelt! Bei 13 Zuwendungsbescheiden über insgesamt 2,6 Millionen Euro seien Vorschriften verletzt worden.
Wenig später nahm der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) dazu im Abgeordnetenhaus Stellung – er habe den Bericht noch nicht gelesen, werde das aber zügig nachholen. Wedl-Wilson lag bereits seit Anfang der Woche ein Entwurf des Berichtes vor. „Er beinhaltet Erwartungen und Empfehlungen, die ich erfüllen möchte“, so die Senatorin im Parlament. Der AfD-Abgeordnete Tommy Tabor (44) erkundigte sich in der Fragestunde bei Wedl-Wilson, wer für die rechtswidrig ausgezahlten Gelder hafte. „Die Verwaltungsvorgänge sind komplex“, antwortete die Senatorin ausweichend. Mögliche Fehler werde ihre Verwaltung korrigieren. Später wurde sie von anderen Abgeordneten sichtbar aufgelöst im Parlaments-Casino gesehen. Sogar von Tränen ist die Rede.
Bereits ihr Vorgänger trat zurück
Wedl-Wilson wurde am 22. Mai 2025 zur Kultursenatorin ernannt, als Nachfolgerin von Joe Chialo (55, CDU). Er begründete seinen überraschenden Rücktritt mit der Kritik an den geplanten Kürzungen im Kulturbereich.
Wegner (hat ein Büro im Abgeordnetenhaus) las den offiziellen Bericht der Prüfer nach der Fragestunde der Abgeordneten ganz genau – und hatte dann nach BILD-Informationen ein längeres Gespräch mit Wedl-Wilson. Bereits danach verkündete sie engen Vertrauten: „Ich trete zurück!“
Erst am Dienstag entließ Wedl-Wilson ihren Staatssekretär Oliver Friederici (55, CDU). Nachvollziehbare Gründe nannte sie nicht. Die Aktion war als Befreiungsschlag gedacht. Doch in allen Fraktionen hieß es nur: „Ein Bauernopfer“. Nun muss die Chefin selbst gehen.



