Suizidprävention: Professorin erklärt, was in Krisen wirklich hilft
Suizidprävention: Was in Krisen hilft

Ein Mensch im Suizidtunnel denkt nicht rational, sagt Ute Lewitzka, Deutschlands erste Professorin für Suizidprävention. In einem Interview mit dem Spiegel erläutert sie, wie man in akuten psychischen Krisen richtig reagiert und warum es kaum falsche Worte gibt.

Die Expertenmeinung

Ute Lewitzka betont, dass Menschen in einer suizidalen Krise oft einen Tunnelblick entwickeln. Sie sehen keinen Ausweg mehr und sind nicht in der Lage, rationale Entscheidungen zu treffen. In solchen Momenten ist es entscheidend, dass Angehörige oder Freunde präsent sind und ein offenes Ohr haben.

Was tun in akuten Krisen?

Lewitzka rät dazu, direkt nachzufragen, ob suizidale Gedanken bestehen. Viele Menschen haben Angst, durch solche Fragen die Situation zu verschlimmern, doch das Gegenteil ist der Fall. Offene Fragen können entlasten und zeigen Betroffenen, dass sie nicht allein sind.

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Unterstützungsangebote

Es gibt zahlreiche Hilfsangebote wie die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) oder das Krisentelefon der Deutschen Depressionshilfe. Auch der Gang zum Hausarzt oder in eine psychiatrische Notaufnahme kann Leben retten. Wichtig ist, dass Betroffene wissen: Suizidgedanken sind behandelbar, und es gibt immer einen Weg zurück.

Häufige Missverständnisse

Viele glauben, dass Menschen, die über Suizid sprechen, es nicht wirklich tun. Lewitzka widerspricht: Die meisten Suizide werden angekündigt. Daher sollte jedes Wort ernst genommen werden. Auch der Mythos, dass Nachfragen erst Ideen einpflanze, ist falsch. Im Gegenteil: Es öffnet die Tür für Hilfe.

Das Interview verdeutlicht, wie wichtig Aufklärung und Enttabuisierung sind. Jeder kann im Alltag dazu beitragen, indem er Signale erkennt und nicht wegschaut.

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