Rattengift in Babynahrung: Österreich sucht zweites vergiftetes Hipp-Glas
Rattengift in Babynahrung: Österreich sucht zweites Glas

Rattengift in Babynahrung: Österreich sucht zweites vergiftetes Hipp-Glas

Die österreichischen Ermittlungsbehörden haben die Suche nach einem weiteren möglicherweise mutwillig vergifteten Glas mit Babynahrung der Marke Hipp intensiviert. Nachdem am Wochenende im Burgenland ein kontaminiertes Gläschen "Karotten mit Kartoffeln" sichergestellt wurde, besteht nun der konkrete Verdacht, dass mindestens ein weiteres 190-Gramm-Glas mit manipuliertem Inhalt in Umlauf sein könnte. Die Polizei im Bundesland Burgenland hat alle verfügbaren Ressourcen aktiviert und kontaktiert vorsorglich Kindergärten sowie Pflegeeinrichtungen im gesamten Land.

Deutsche Babykost bisher nicht betroffen

Laut Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord sind die Hipp-Produkte in Deutschland von dem Vorfall nicht betroffen. Die Kripo in Ingolstadt führt zwar Ermittlungen durch, jedoch beziehen sich diese ausschließlich auf die Vorgänge in Österreich. Hipp-Sprecher Clemens Preysing betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass Produkte und Vertriebswege in Deutschland oder anderen europäischen Ländern, die nicht Teil der aktuellen Ermittlungen sind, sicher seien.

Manipulation durch externen kriminellen Eingriff

Das Unternehmen Hipp spricht in einem offiziellen Produktrückruf von einem "externen kriminellen Eingriff". Ein "gefährlicher Stoff" sei durch Manipulation in die Babynahrung eingebracht worden. "Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein", warnte das Unternehmen ausdrücklich. Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) hatte zunächst von einem mutmaßlichen Erpressungsversuch berichtet, diesen Hinweis später jedoch aus ihrer Pressemitteilung entfernt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Erkennungsmerkmale der manipulierten Gläser

Die Polizei hat konkrete Hinweise zur Identifizierung der manipulierten Babykostgläser veröffentlicht. Verdächtige Exemplare sollen an einem beschädigten Deckel oder am Fehlen des charakteristischen Plopp-Geräusches beim Öffnen erkennbar sein. Zudem weisen die manipulierten Gläser einen weißen Aufkleber mit rotem Ring am Glasboden auf. Verbraucher werden dringend gebeten, bei entsprechenden Merkmalen sofort die Behörden zu informieren und das Produkt nicht zu verzehren.

Ausweitung auf Tschechien und Slowakei

Neben Österreich sind auch Tschechien und die Slowakei von dem Vorfall betroffen. In beiden Ländern sind ebenfalls mit Rattengift verseuchte manipulierte Hipp-Gläschen aufgetaucht. Die Handelspartner in Tschechien und der Slowakei haben vorsorglich alle Hipp-Babykostgläschen aus dem Verkauf genommen. Hipp-Sprecher Preysing betonte erneut, dass der Vorfall in keinerlei Zusammenhang mit der Produktqualität oder den Herstellungsprozessen des Unternehmens stehe.

Rechtliche Konsequenzen und weitere Untersuchungen

Die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt wegen "vorsätzlicher Gemeingefährdung". Nach einem vorläufigen toxikologischen Gutachten, das Rattengift im sichergestellten Glas nachgewiesen hatte, erfolgt nun eine detailliertere Untersuchung. Dabei soll insbesondere die genaue Dosis des Rattengifts bestimmt werden, um das konkrete Gefahrenpotenzial beim Verzehr abschätzen zu können. Die Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Quelle der Manipulation zu identifizieren und weitere gefährdete Produkte aus dem Verkehr zu ziehen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration