München startet Pilotprojekt: Kompetenzzentrum qualifiziert internationale Pflegekräfte
München: Kompetenzzentrum gegen Pflege-Fachkräftemangel

München eröffnet Kompetenzzentrum Internationale Pflege als Pilotprojekt

In der Münchner Kraepelinstraße 18 hat ein bundesweit beachtetes Pilotprojekt seine Tore geöffnet: Das neue Kompetenzzentrum Internationale Pflege (KiP) qualifiziert ausländische Pflegekräfte praxisnah, erkennt ihre Abschlüsse an und gewinnt so dringend benötigtes Personal für Kliniken und die häusliche Versorgung.

Stadt finanziert Projekt mit 2,9 Millionen Euro

Bereits seit einigen Wochen werden in den stilvollen und frisch restaurierten Kellerräumen internationale Pfleger weitergebildet. Die Stadt München finanziert das Pilotprojekt mit 2,9 Millionen Euro, die Laufzeit ist auf drei Jahre angelegt. Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) betonte bei der Eröffnung am Donnerstagnachmittag: "Das kann nicht nur die Aufgabe einer Großstadt sein." Der Fachkräftemangel betreffe schließlich das ganze Land, und sie hoffe auf bayernweite oder sogar bundesweite Ausweitung nach der Evaluierung.

Praxisnahe Ausbildung mit lebensechten Puppen

Das Motto des Zentrums lautet "Theorie und Praxis der Pflege". In den Souterrain-Räumen liegen menschenschwere Puppen, darunter eine Mutter mit Neugeborenem sowie Seniorinnen und Senioren. Die Puppen ermöglichen realistische Übungsszenarien: Das Neugeborene kann schreien, der Puls lässt sich messen, und bei den Senioren-Puppen wird der Routinebesuch in der häuslichen Akutpflege trainiert. KiP-Leiterin Jacqueline Schaller erklärt: "Wir haben auch einen Raum, in dem wir das Gespräch mit den Angehörigen simulieren." So werden neben fachlichen Kompetenzen auch die Sprachkenntnisse der künftigen Fachkräfte geschult.

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Bis zu 500 Pflegekräfte jährlich ausbildbar

Das Kompetenzzentrum hat die Kapazität, bis zu 500 internationale Pflegekräfte jährlich auszubilden und durch das Anerkennungsverfahren ihrer Abschlüsse zu begleiten. Einer der Teilnehmer ist Mohamed Rafi Esmael (39), ein gebürtiger Inder, der bereits im Klinikum rechts der Isar arbeitet. Sein Lehrplan umfasst Blutzuckerkontrolle, Sauerstoffmessung und die Dokumentation von Hausbesuchen. Auf die Frage nach seinen Plänen nach der Anerkennung antwortet er: "Natürlich in einer Münchner Klinik weiterarbeiten."

Unterstützung von Politik und Klinikleitung

Petra Geistberger, Chefin der München Klinik, dankte dem Stadtrat für die Bewilligung der finanziellen Mittel sowie Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) und dem Gesundheitsreferat, die als treibende Kraft hinter dem Projekt standen. Sie betonte: "Hier geht es darum, dass die internationalen Abschlüsse von Pflegern anerkannt werden." Das Motto "Üben, solange es braucht" unterstreicht den praxisorientierten Ansatz des Zentrums, das mit echten, bis auf Bodenebene absenkbaren Betten ausgestattet ist.

Das Kompetenzzentrum Internationale Pflege stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den Fachkräftemangel im Pflegesektor dar und könnte als Vorbild für ähnliche Initiativen in ganz Deutschland dienen.

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