Leche frita: Süße, gebratene Milchtaler für nur 1 Euro pro Portion
Leche frita: Gebratene Milchtaler für 1 Euro

Es fällt mir wirklich schwer, über etwas anderes zu schreiben als Pizzabohnen. Aber meine Kolleginnen und Kollegen hier haben gesagt, ich darf nicht jede Folge meiner Kolumne dasselbe Rezept bewerben, sonst schmeißen sie mich raus. Insofern musste ich mir fix etwas Neues einfallen lassen. Beziehungsweise: woanders abschauen. Denn das heutige Rezept stammt nicht von mir persönlich, sondern aus Nordspanien. Eher San Sebastian als Sebastian Maas, sozusagen.

Was ist Leche frita?

Konkret möchte ich Ihnen heute eine kleine, an sich sehr bescheidene Süßspeise zeigen, aus einfachsten Zutaten. Die Rede ist von „Leche frita“, auf Deutsch „gebratene Milch“. Nun werden Sie denken: „Milch war bei meiner letzten Überprüfung eine Flüssigkeit und die lassen sich naturgemäß schwer braten“, und Sie haben recht damit. Bevor wir die Milch auf spanische Art in der Pfanne veredeln, wird sie mit der Schale von Zitrusfrüchten und Zimtstangen zusammen aufgekocht und schließlich mit Maisstärke angedickt. Der dabei entstehende Pudding wird erst in einer flachen Form abgekühlt, in Stückchen geschnitten und dann endlich angebraten.

Textur und Geschmack

Die kleinen Stückchen sind leicht und luftig – gerade fest genug, um mit zwei Fingern gehalten zu werden und beim Braten nicht auseinanderzufallen. Im Inneren überzeugen sie mit einer cremigen Puddingtextur und leichtem Zitrusaroma, während sie außen von einer knusprigen Zucker-Zimt-Schicht eingehüllt sind, die man sich von den Fingern lecken möchte. Ein absoluter Leckerbissen, der in Spanien gern zum Ende der Fastenzeit serviert wird. Weil in Deutschland „alles mit Zimt“ aber auch in die Weihnachtszeit passt und man lauwarme Leche frita ebenso gut mit einer Kugel Eis servieren kann … passt das Gericht wirklich ins ganze Jahr.

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Zutaten für vier Portionen

  • 1 Liter Milch
  • 100 g Speisestärke (z. B. Maisstärke)
  • 100 g Zucker
  • 100 g Mehl
  • 1-2 Eier
  • 1-2 Stangen Zimt (alternativ etwas gemahlener Zimt)
  • die Schale von 1/2 Orange (unbehandelt)
  • die Schale von 1/2 Zitrone (unbehandelt)
  • ein paar Löffel Zimt und Zucker
  • Öl zum Braten und Einfetten, etwas Küchenpapier

Kosten: Pro Portion etwa 1 Euro

Zeit: 45 Minuten Arbeit plus mindestens 2 Stunden Ruhezeit im Kühlschrank (oder über Nacht)

Zubereitung

  1. 200 ml Milch mit der Speisestärke und dem Zucker verrühren und bereitstellen.
  2. 800 ml Milch zusammen mit der Zitronen- und Orangenschale sowie den Zimtstangen in einem Topf aufkochen lassen, dabei gut rühren. Die Hitze abstellen, aber auf der Platte stehen lassen. Mit einer Schöpfkelle oder einem Löffel die Schalen und den Zimt wieder herausfischen.
  3. Die vorbereitete süße Milchmixtur in die warme Milch einrühren, am besten mit einem Schneebesen direkt im heißen Topf. Zwei bis drei Minuten rühren, bis die Mischung gut angedickt ist. Klumpen sollten keine zu sehen sein.
  4. Eine Back- oder Auflaufform leicht fetten. Den Milchbrei hineingießen und entweder über Nacht im Kühlschrank oder zwei Stunden im Tiefkühlfach aushärten und abkühlen lassen.
  5. Den abgekühlten Milchpudding auf ein Brettchen stürzen und in etwa gleich große, mundgerechte Stücke schneiden.
  6. Vier tiefe Teller als Panierstraße vorbereiten: einen mit Mehl, einen mit verquirltem Ei, einen mit Küchenpapier und einen mit Zimt und Zucker. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Milchstücke erst im Mehl und dann im Ei wenden, danach in die Pfanne geben und von zwei Seiten anbraten. Herausnehmen, kurz auf dem Küchenpapier ablegen und damit überschüssiges Fett abtupfen, danach im Zimt und Zucker wenden.
  7. Warm bis lauwarm servieren. Dazu passt frisches Obst (wie wär’s mit der Orange?), Marmelade oder auch eine Kugel Eis.

Variationen

Es gibt auch noch Variationen des Rezepts: Einige verwenden zusätzlich zum Mehl und Ei noch Paniermehl für die Panade, um eine knusprige Hülle zu erzeugen. Lecker ist es auch, die aufgekochte Milch vorher mit anderen Gewürzen zu verfeinern – Vanilleschoten oder Kardamomkapseln bieten sich an. Brauner Zucker gibt der gebratenen Milch einen karamelligen Look, während heller Raffinadezucker ein schneeweißes Ergebnis liefert.

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