„Lachen ist die beste Medizin“ – ein bekanntes Sprichwort, doch was steckt wirklich dahinter? Kann Lachen tatsächlich helfen, wenn die Umstände wenig Anlass zur Freude bieten? Die Antwort ist ja, denn Lachen hat nachweislich positive Effekte auf unsere Psyche und Gesundheit. Inge Fechter, zertifizierte Lachyoga-Trainerin, betont: „Gerade im Alltag und in schwierigen Zeiten dürfen wir uns immer wieder bewusst für das Lachen entscheiden.“ Es gehe nicht darum, Probleme wegzulächeln, sondern die Perspektive zu wechseln und die positiven Effekte des Lachens gezielt zu nutzen.
Was im Körper passiert, wenn wir lachen
Ob spontan oder absichtlich – Lachen setzt im Körper eine Reihe von Prozessen in Gang. Der Körper schüttet mehr Glückshormone und weniger Stresshormone aus, erhält mehr Sauerstoff, das Herz-Kreislauf-System wird aktiviert, das Immunsystem gestärkt und zahlreiche Muskeln entspannen sich. „Wenn wir lachen, werden besonders die Gehirnbereiche aktiviert, die für Kreativität und Intuition zuständig sind“, erklärt Fechter. Wer viel lacht, ist oft selbstwirksamer und handlungsfähiger, weil er Distanz zu dem entwickelt, was ihn belastet.
Schon ein Lächeln macht einen Unterschied
In unerfreulichen Situationen ist Lachen nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. „Natürlich sind wir zuerst mit anderen Emotionen beschäftigt. Aber wir können uns jederzeit sagen: Ich schaue mal von der anderen Seite hin“, so Fechter. Ein sanftes Lächeln oder ein beruhigendes Schmunzeln haben bereits eine Wirkung, denn der Körper sendet Signale ans Gehirn: Alles ist halb so schlimm, wir können uns entspannen. „Zwei Minuten Lächeln reichen schon aus, damit man sich besser fühlt.“
Lachen schafft Verbindung
Der soziale Aspekt des Lachens ist wertvoll für die Psyche. Wer lacht, steckt andere an und schafft Nähe und Vertrauen. „Unsere Gesellschaft braucht dieses positive Miteinander“, sagt Fechter. Weniger Einsamkeit führt zu mehr psychischer Stabilität. Ihr Tipp: „Verabredungen mit dem Lachen“ – suchen Sie Gelegenheiten, Dinge mit anderen zu unternehmen, ob Kurse, Feste, Vereinsaktivitäten oder regelmäßige Kaffeetreffen.
Lächeln und Lachen zur Routine machen
Auch allein funktioniert das: Beim morgendlichen Blick in den Spiegel kann man sich bewusst anlächeln. Kleine Reminder wie Post-its mit einem Smiley am Spiegel oder Laptop helfen, eine Lächel- oder Lach-Routine zu entwickeln. Bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen reicht es jedoch nicht, sich zum Lächeln zu zwingen. „Erkrankungen gehören immer in die Hände von Ärzten, Psychologen und Therapeuten“, betont Fechter. Lachen, auch Lachyoga, kann ergänzend oder präventiv genutzt werden.



