Rentenerhöhung: 4,24 Prozent mehr ab Sommer 2026
Rentenerhöhung: 4,24 Prozent mehr ab Sommer

Berlin – Deutschlands Rentner können sich im Sommer auf eine erneute Rentenerhöhung freuen. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Anstieg um 4,24 Prozent beschlossen. Damit fällt die Erhöhung sogar höher aus als erwartet und liegt über der prognostizierten Inflation.

Die Steigerung der Rente ist an die Löhne gekoppelt, die sich nach harten Tarifverhandlungen besonders günstig entwickelt haben. Für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren bedeutet die Anhebung ein monatliches Plus von 77,85 Euro, teilte das Bundesarbeitsministerium mit. Die Inflation wird hingegen wegen der explodierenden Energiepreise durch den Iran-Krieg bei annähernd drei Prozent erwartet.

„Ordentliche Renten sind kein Luxus“

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (57, SPD) sprach von einer „guten Nachricht“ für die 23 Millionen Rentner im Land. Mit der spürbaren Anpassung komme „die Verlässlichkeit der gesetzlichen Rente zum Ausdruck“, fuhr sie fort. „Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben“, so Bas. Der Bundesrat muss der Erhöhung noch zustimmen.

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Die Steigerung um 4,24 Prozent kostet die Rentenkasse neun Milliarden Euro zusätzlich im zweiten Halbjahr 2026. Ab 2027 steigen die Mehrausgaben für die Rentenversicherung auf rund 18 Milliarden Euro jährlich. Der Bund muss die Rentenkasse in beiden Jahren mit Steuergeld unterstützen – insgesamt gut 1,2 Milliarden Euro. Das berichtete das „Handelsblatt“ mit Verweis auf die Deutsche Rentenversicherung.

1,2 Milliarden aus dem Staatshaushalt

In diesem Jahr sollen die Zusatzkosten von 408 Millionen Euro als „außerplanmäßige Zusatzkosten“ aufgebracht werden, bestätigte eine Ministeriumssprecherin dem Blatt. Die weiteren 816 Millionen Euro für 2027 müssten bei den kommenden Haushaltsberatungen berücksichtigt werden.

Die Rentenerhöhung betrifft rund 23 Millionen Rentner in Deutschland. Die Anpassung erfolgt jährlich zum 1. Juli und orientiert sich an der Lohnentwicklung. In diesem Jahr fällt sie besonders hoch aus, da die Tariflöhne im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gestiegen sind. Experten hatten lediglich mit einer Erhöhung von rund 3,5 Prozent gerechnet.

Die zusätzlichen Kosten belasten die Rentenkasse erheblich. Bereits im laufenden Jahr müssen 408 Millionen Euro außerplanmäßig bereitgestellt werden. Für 2027 sind weitere 816 Millionen Euro eingeplant. Insgesamt summiert sich der Bundeszuschuss auf 1,224 Milliarden Euro für zwei Jahre.

Die Rentenversicherung selbst betont, dass die Erhöhung notwendig sei, um die Kaufkraft der Rentner zu erhalten. Angesichts der steigenden Energiepreise und der Inflation sei dies ein wichtiges Signal. Die endgültige Zustimmung des Bundesrates wird in den nächsten Wochen erwartet.

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