Neugeborenen-Screening wird erweitert: Vier neue Tests ab Mitte Mai
Kurz nach der Geburt werden Babys in Deutschland standardmäßig auf eine Reihe von Krankheiten getestet. Dieses Neugeborenen-Screening, das es bereits seit den 1960er-Jahren gibt, wird ab Mitte Mai um vier weitere Untersuchungen ergänzt. Die Änderung betrifft unter anderem den Nachweis von Vitamin-B12-Mangel und bestimmten Stoffwechselstörungen. Eltern sollten über die Neuerungen informiert sein.
Was ist das Neugeborenen-Screening?
Das Screening ist eine Vorsorgeuntersuchung, die in den ersten Lebenstagen durchgeführt wird. Dabei wird dem Neugeborenen etwas Blut entnommen, meist aus der Ferse. Das Blut wird auf angeborene Erkrankungen getestet, die unbehandelt zu schweren gesundheitlichen Schäden führen können. Früherkennung ermöglicht eine rechtzeitige Behandlung und verbessert die Prognose erheblich.
Welche neuen Tests kommen hinzu?
Ab dem 15. Mai 2026 wird das Screening um vier weitere Erkrankungen erweitert. Dazu gehören:
- Vitamin-B12-Mangel: Ein Mangel an Vitamin B12 kann bei Säuglingen zu neurologischen Entwicklungsstörungen führen. Der Test erkennt einen bereits im Mutterleib entstandenen Mangel.
- Stoffwechselstörungen: Drei weitere seltene Stoffwechselerkrankungen werden neu aufgenommen. Sie betreffen den Abbau von Eiweißen oder Fetten und können ohne Behandlung zu schweren Komplikationen führen.
Warum ist die Erweiterung wichtig?
Die neuen Tests schließen diagnostische Lücken. Bislang wurden diese Erkrankungen oft erst spät erkannt, wenn bereits Symptome auftraten. Durch das erweiterte Screening können betroffene Kinder früher behandelt werden, was ihre Entwicklungschancen deutlich verbessert.
Was müssen Eltern wissen?
Die Untersuchung ist weiterhin freiwillig, wird aber von den Krankenkassen empfohlen und bezahlt. Eltern werden in der Regel vor der Geburt über das Screening informiert. Nach der Geburt erfolgt die Blutentnahme innerhalb der ersten 36 bis 72 Stunden. Die Ergebnisse liegen nach einigen Tagen vor. Bei Auffälligkeiten werden die Eltern umgehend benachrichtigt und eine weiterführende Diagnostik eingeleitet.
Fazit
Die Erweiterung des Neugeborenen-Screenings ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Kindergesundheit. Die vier neuen Tests ermöglichen eine frühzeitige Erkennung von B12-Mangel und Stoffwechselstörungen. Eltern sollten sich über die Neuerungen informieren und bei Fragen an ihren Kinderarzt oder die Klinik wenden.



