Erstmals mehr medikamentöse Abtreibungen als operative in Deutschland
Medikamentöse Abtreibungen überholen operative in DE

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland erstmals mehr Schwangerschaftsabbrüche mit dem Medikament Mifegyne als mit der operativen Absaugmethode durchgeführt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, entfielen 45 Prozent der Abbrüche auf die medikamentöse Methode, während 43 Prozent mittels Vakuumaspiration erfolgten. Die restlichen Fälle verteilten sich auf andere Verfahren.

Ambulante Eingriffe dominieren

Die überwiegende Mehrheit der Abbrüche wurde ambulant vorgenommen: Rund 86 Prozent fanden in Arztpraxen oder OP-Zentren statt, 12 Prozent ambulant in Krankenhäusern. Nur ein geringer Teil erfolgte stationär.

Leichter Rückgang der Gesamtzahl

Die Gesamtzahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland sank im vergangenen Jahr leicht um 0,7 Prozent auf 106.000 gemeldete Fälle. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich jedoch ein Anstieg: 2015 wurden rund 99.200 Abbrüche registriert, etwa 6.800 weniger als 2025.

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Altersverteilung der betroffenen Frauen

Rund sieben von zehn Frauen, die 2025 einen Schwangerschaftsabbruch vornahmen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt. 20 Prozent gehörten zur Altersgruppe 35 bis 39 Jahre, 9 Prozent waren 40 Jahre oder älter. Nur 3 Prozent der Frauen waren jünger als 18 Jahre. 44 Prozent der Frauen hatten vor dem Abbruch noch kein Kind zur Welt gebracht.

Zehnjahresvergleich: Verschiebung zu älteren Altersgruppen

Im Vergleich zu 2015 zeigen sich deutliche Veränderungen in den Altersgruppen: Rückläufig waren die Abbrüche bei den 15- bis 17-Jährigen (minus 6,1 Prozent) und den 20- bis 24-Jährigen (minus 4,4 Prozent). Deutlich gestiegen sind sie dagegen bei den 30- bis 34-Jährigen (plus 8,5 Prozent), den 35- bis 39-Jährigen (plus 27,5 Prozent) und den 40- bis 44-Jährigen (plus 24,1 Prozent).

Ursachen laut Statistischem Bundesamt

Das Statistische Bundesamt führt die Entwicklungen teilweise auf demografische Faktoren zurück: Der Anteil älterer Frauen an der Bevölkerung steigt, während der jüngerer Frauen sinkt. „Weitere Ursachen sind anhand der Daten nicht bewertbar“, so die Behörde. „Insbesondere liegen keine Erkenntnisse über die persönlichen Entscheidungsgründe für einen Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung vor.“

Zeitpunkt der Abbrüche

Die meisten Abbrüche (80 Prozent) erfolgten innerhalb der ersten acht Schwangerschaftswochen. Nur 3 Prozent wurden nach der zwölften Woche oder später vorgenommen. 96 Prozent der Abbrüche im Jahr 2025 wurden nach der Beratungsregelung durchgeführt, während medizinische Indikationen oder Sexualdelikte in 4 Prozent der Fälle die Begründung waren.

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