In deutschen Kreißsälen kommt weiterhin jedes dritte Baby per Kaiserschnitt zur Welt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben im Jahr 2024 insgesamt 654.600 Frauen in einem Krankenhaus entbunden, davon 215.900 per Kaiserschnitt. Das entspricht einer Quote von 33 Prozent – dem höchsten Wert seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990. Seit 1991 hat sich die Kaiserschnittrate mehr als verdoppelt: Damals lag sie bei 15,3 Prozent aller Klinikgeburten. Innerhalb von gut drei Jahrzehnten ist der Anteil damit deutlich gestiegen.
Kaiserschnitt als fester Bestandteil der Geburtshilfe
Ein Kaiserschnitt, bei dem das Baby durch einen Schnitt in Bauchdecke und Gebärmutter der Mutter zur Welt gebracht wird, ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Geburtshilfe in deutschen Kliniken. Andere operative Methoden wie die Saugglocke oder die Geburtszange werden deutlich seltener eingesetzt. Laut den Statistikern kam die Saugglocke bei 6,7 Prozent der Entbindungen zum Einsatz, die Geburtszange nur bei 0,2 Prozent. Die große Mehrheit der Frauen bringt ihr Kind jedoch ohne operative Unterstützung zur Welt: 60,1 Prozent der Frauen im Krankenhaus entbanden auf natürlichem Weg. Trotz der steigenden Kaiserschnittrate bleibt die natürliche Geburt damit die häufigste Form der Entbindung in deutschen Kliniken.
Regionale Unterschiede: Hamburg an der Spitze, Sachsen am niedrigsten
Die Art der Geburt unterscheidet sich je nach Region teils deutlich. Am höchsten war der Anteil der Entbindungen per Kaiserschnitt in Hamburg mit 36,4 Prozent. Es folgten das Saarland mit 35,9 Prozent und Hessen mit 35,6 Prozent. Den niedrigsten Anteil von Kaiserschnitten an den Klinikgeburten gab es in Sachsen mit 27,4 Prozent, gefolgt von Brandenburg mit 27,6 Prozent und Berlin mit 29,9 Prozent. Diese regionalen Unterschiede könnten auf unterschiedliche medizinische Praktiken, Krankenhausstrukturen oder Bevölkerungsmerkmale zurückzuführen sein.
Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Kaiserschnittrate in Deutschland kontinuierlich zunimmt. Während 1991 noch 15,3 Prozent der Klinikgeburten per Kaiserschnitt erfolgten, stieg der Anteil bis 2024 auf 33 Prozent. Das bedeutet eine Verdopplung der Rate innerhalb von 33 Jahren. Experten diskutieren seit Langem über die Gründe für diesen Anstieg, darunter medizinische Fortschritte, veränderte Risikoeinschätzungen und eine zunehmende Zahl von Geburten älterer Mütter.
Insgesamt zeigt die Statistik, dass die natürliche Geburt trotz des Anstiegs der Kaiserschnitte weiterhin die häufigste Entbindungsmethode in deutschen Kliniken ist. Dennoch bleibt die Frage, ob die hohe Kaiserschnittrate medizinisch immer notwendig ist oder ob hier auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Die Diskussion um die optimale Geburtshilfe wird daher auch in Zukunft relevant bleiben.



