Andrej Iwanowitsch Moiseenko, einer der letzten ehemaligen Häftlinge des NS-Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar, feierte seinen 100. Geburtstag mit einer großen öffentlichen Feier im Deutschen Nationaltheater. Hunderte Gäste, Musik und Überraschungen prägten den Abend. Der Leiter der Gedenkstätten-Stiftung, Christian Wagner, lobte die Lebensfreude des Jubilars, die trotz seiner schrecklichen Erfahrungen im KZ ungebrochen sei.
Musikalische Überraschungen und eigene Darbietung
Ein Chor trug belarussische Volksweisen vor, und als besondere Gäste gratulierten Thees Uhlmann, Sänger der Band Tomte, sowie Mitglieder der Punk-Band Feine Sahne Fischfilet. Moiseenko hatte sich Musik aus dem Punk-Rock-Bereich gewünscht. Der Jubilar griff selbst zum Mikrofon und sang unter Klavierbegleitung den sowjetischen Schlager „Ich liebe dich, Leben“.
Vom Zwangsarbeiter zum Ehrenbürger
Moiseenko wurde am 1. Mai 1926 in der heutigen Ukraine geboren. Mit 15 Jahren wurde er von der Wehrmacht nach Leipzig verschleppt und musste beim Rüstungsbetrieb HASAG Zwangsarbeit leisten. Wegen des Verdachts, einer Widerstandsgruppe anzugehören, kam er nach Buchenwald und überlebte unter lebensbedrohlichen Bedingungen. Die Befreiung erlebte er im Außenlager Wansleben – ein Zufall, wie er sagt. Heute lebt er in Minsk in Belarus, liebt Gartenarbeit und Reisen. Moiseenko ist Ehrenbürger der Stadt Weimar.



