Der Bundestag hat eine vorübergehende Senkung der Energiesteuer beschlossen, um Autofahrer und Unternehmen angesichts steigender Spritpreise zu entlasten. Die Maßnahme tritt am 1. Mai in Kraft und gilt für zwei Monate. Union, SPD und AfD stimmten dafür, der Bundesrat wird voraussichtlich am Nachmittag zustimmen.
Wie stark sinkt die Steuer und wie lange?
Die Energiesteuern auf Diesel und Benzin werden um 14,04 Cent pro Liter gesenkt. Da auf die wegfallende Steuer keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich eine Gesamtreduzierung von 16,7 Cent. Die Senkung gilt vom 1. Mai bis Ende Juni 2026.
Sinkt der Spritpreis wirklich um 17 Cent?
ADAC-Experte Christian Laberer rechnet nicht mit einer sofortigen Preissenkung um Mitternacht. „Die Preise werden sukzessive fallen, wie bereits 2022“, erklärte er. Die tatsächliche Ersparnis variiert je nach Tankstelle. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie kündigte an, die volle Steuerersparnis weiterzugeben, räumte aber mögliche Überlagerungen durch andere Preisfaktoren ein.
Wie viel spart der Durchschnittsfahrer?
Ein durchschnittlicher Diesel-Pkw legt jährlich rund 17.000 Kilometer zurück. Bei einem Verbrauch von 7 Litern pro 100 Kilometer ergibt sich eine Ersparnis von etwa 33 Euro in zwei Monaten. Ein Benziner fährt im Schnitt 9.500 Kilometer pro Jahr, verbraucht 8 Liter auf 100 Kilometer und spart rund 21 Euro.
Was ist mit der 1000-Euro-Prämie?
Der Bundestag hat auch die sogenannte 1000-Euro-Prämie verabschiedet, die der Bundesrat am 8. Mai bestätigen soll. Arbeitgeber können ihren Beschäftigten bis zum 30. Juni 2027 eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1000 Euro zahlen. Die Zahlung ist freiwillig, und viele Wirtschaftsverbände zeigen sich zurückhaltend, da viele Firmen aufgrund der Wirtschaftskrise finanziell nicht in der Lage sind, die Prämie zu gewähren.



