ÖPNV-Streik in Sachsen beendet: Regionalverkehr nimmt Betrieb wieder auf
Nach einem dreitägigen Warnstreik im sächsischen Regionalverkehr sollen Busse, Straßenbahnen und Elbfähren am Samstagmorgen wieder planmäßig verkehren. Der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Sven Vogel erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass nach dem Ende der Nachtschichten mit einem regulären Betriebsbeginn zu rechnen sei. Allerdings betonte er, dass weitere Warnstreiks bis zur nächsten Verhandlungsrunde im Mai möglich seien, da von der Arbeitgeberseite nach wie vor kein verbessertes Angebot vorgelegt wurde.
Dreitägiger Stillstand mit regionalen Auswirkungen
Seit Mittwochmorgen hatten Beschäftigte der Regionalverkehrsunternehmen in mehreren Landkreisen sowie in den Städten Dresden und Chemnitz ihre Arbeit niedergelegt. Von diesem Streik waren nicht die städtischen Verkehrsbetriebe betroffen, doch insbesondere in ländlichen Regionen mussten Pendlerinnen und Pendler mit erheblichen Ausfällen rechnen. Einige Betriebe reagierten mit Notfahrplänen, um die grundlegende Mobilität aufrechtzuerhalten, doch viele Verbindungen blieben unterbrochen.
Tarifkonflikt: Lohnforderungen und Arbeitszeitregelungen im Fokus
Im Zentrum des Tarifkonflikts stehen neben höheren Löhnen auch bessere Regelungen für die Arbeitszeit im Schichtdienst und ein angemessener Freizeitausgleich. Die Arbeitgeber haben bisher Entgelterhöhungen von jeweils zwei Prozent für dieses und das kommende Jahr angeboten und verweisen dabei auf die engen finanziellen Spielräume der kommunalen Haushalte. Aus Sicht der Gewerkschaft reichen diese Angebote jedoch nicht aus, um die Reallohnverluste der Beschäftigten zu verhindern.
Bayern als mögliches Vorbild für Sachsen
Verdi-Verhandler Sven Vogel verwies auf die am Donnerstag erzielte Tarifeinigung in Bayern und forderte die sächsischen Arbeitgeber auf, sich an diesem Beispiel zu orientieren. In Sachsens Nachbarbundesland haben sich die Gewerkschaft und der Kommunale Arbeitgeberverband für den kommunalen Nahverkehr auf eine Entgelterhöhung von insgesamt sieben Prozent in diesem und dem nächsten Jahr verständigt. Diese Einigung könnte als Maßstab für die anstehenden Verhandlungen in Sachsen dienen.
Ausblick: Nächste Verhandlungsrunde im Mai
Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Verdi und dem Arbeitgeberverband Nahverkehr (AVN) in Sachsen ist für den 12. Mai angesetzt. Bis dahin bleibt die Situation angespannt, und die Gewerkschaft behält sich weitere Warnstreiks vor, sollte keine Einigung erzielt werden. Die betroffenen Verkehrsunternehmen und Pendler müssen sich daher auf mögliche erneute Beeinträchtigungen einstellen.



