Die deutsche Marine verlegt das Minenjagdboot „Fulda“ vorsorglich ins Mittelmeer. Hintergrund ist ein möglicher Einsatz zur Sicherung der blockierten Straße von Hormus. Doch dafür wäre erst ein Bundestagsmandat nötig.
Vorausstationierung im Mittelmeer
Mit Blick auf einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus läuft das Minenjagdboot „Fulda“ der deutschen Marine am Montag um 14.00 Uhr vom Marinestützpunkt Kiel-Wik in Richtung Mittelmeer aus. Die Verlegung dient nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums der Vorausstationierung. Ein Einsatz in der Straße von Hormus setzt ein Mandat des Bundestags voraus. Sollten die Parlamentarier grünes Licht geben, wäre das Schiff somit bereits näher am Einsatzort.
Die „Fulda“ wird dafür aus einem Nato-Einsatz in der Nord- und Ostsee herausgelöst und soll im Mittelmeer zunächst in einen Nato-Minenabwehrverband eingegliedert werden. Am Sonntag hatte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) seinen iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi aufgefordert, die für den Ölhandel wichtige Meerenge, die seit Beginn des US-israelischen Kriegs gegen Iran faktisch blockiert ist, „sofort freizugeben“. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte die Verlegung bereits angekündigt.
Zeitersparnis durch Vorausstationierung
Durch die „Vorausstationierung“ werde „wertvolle Zeit gespart, um die im Bündnis hoch anerkannten Minenjagd-Fähigkeiten der Fulda schnell in den Einsatz zu bringen, wenn die durch die Bundesregierung bestimmten Voraussetzungen erfüllt sind“, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Als Bedingungen für einen Marine-Einsatz in der Region nannte Pistorius „zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen“. Der Irankrieg hatte am 28. Februar mit Luftangriffen der USA und Israels begonnen. Als Reaktion sperrte das iranische Militär faktisch die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports passiert.
Zuletzt kündigte US-Präsident Donald Trump an, feststeckende Schiffe aus der Meerenge am Persischen Golf zu geleiten. Nähere Details zu der geplanten Aktion nannte er nicht. Iran warnt vor einem Verstoß gegen die Waffenruhe. Minenjäger arbeiten „nah bei Gott“, heißt es. In Kiel bereitet sich eine Truppe Deutscher auf eine Mission in der Straße von Hormus vor. Lesen Sie hier mehr über die Frau, die sie anführt.



