Bützow: Umfassende Sanierung der L 131 'Vor dem Rostocker Tor' startet im Mai 2026
In Bützow steht eine der größten Infrastrukturmaßnahmen der kommenden Jahre bevor. Ab Mai 2026 wird die Landesstraße L 131 im Abschnitt 'Vor dem Rostocker Tor' auf einer Länge von rund 673 Metern komplett erneuert. Die Bauarbeiten, die bis Oktober 2027 andauern werden, erfordern eine durchgehende Vollsperrung der betroffenen Strecke. Das Projekt umfasst nicht nur einen grundhaften Straßenneubau, sondern auch die Modernisierung der unterirdischen Infrastruktur mit einer neuen Regenreinigungsanlage und der Erneuerung der Trinkwasserleitung.
Detaillierter Bauablauf mit drei Hauptphasen
Die Einrichtung der Baustelle beginnt am 11. Mai 2026. Im ersten Bauabschnitt übernimmt die René Brüsewitz GmbH aus Neukloster die Kanal- und Tiefbauarbeiten, die bis Februar 2027 abgeschlossen sein sollen. Diese Arbeiten schaffen die Grundlage für den anschließenden Straßenbau und dienen dazu, durch leistungsfähige Entwässerungs- und Reinigungsstrukturen die Ableitung von Regenwasser geordnet zu gestalten und die Umwelt zu schützen.
Die Kanalbauarbeiten sind in drei Abschnitte gegliedert, wie Kevin Möller, Sachbearbeiter für Hoch- und Tiefbau bei der Stadt Bützow, mitteilt. Zunächst wird vom Auslauf der Rohrleitung bis zur künftigen Regenreinigungsanlage eine Vorflutleitung aus Betonrohren verlegt. Ab August 2026 folgt der Einbau des Regenwasserkanals von der Reinigungsanlage in Richtung Stadtmitte. Im Anschluss, ab Oktober 2026, wird der Kanal in Richtung Ortsausgang hergestellt. Diese strukturierte Abfolge stellt sicher, dass die neue Anlage schrittweise an das bestehende Netz angeschlossen wird.
Kernstück: Moderne Regenreinigungsanlage mit hoher Kapazität
Das technische Herzstück der wassertechnischen Arbeiten ist die neue Regenreinigungsanlage. Sie wird für eine hydraulische Leistung von 100 Litern pro Sekunde ausgelegt und reinigt das auf der Fahrbahn anfallende Niederschlagswasser, bevor es in den Vorfluter eingeleitet wird. Die Anlage verfügt über ein Leichtflüssigkeitsspeichervolumen von mindestens 30.000 Litern und ein Schlammfangvolumen von mindestens 10.000 Litern. Damit sollen insbesondere abfließende Schadstoffe sowie abgesetzte Schwebstoffe sicher zurückgehalten werden, was einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz darstellt.
Parallel zu den Entwässerungsarbeiten erneuert die Eurawasser Nord GmbH die Trinkwasserhauptleitung, einschließlich sämtlicher Hausanschlüsse im betroffenen Baubereich. Die Tiefbauleistungen werden durch den beauftragten Auftragnehmer ausgeführt, während die Rohrverlegung direkt durch Eurawasser oder eine spezialisierte Fachfirma erfolgt. „Über eventuelle, kurzfristig notwendige Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung werden betroffene Anwohner gesondert und rechtzeitig informiert, um Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, betont Kevin Möller.
Straßenneubau und abschließende Gestaltungsarbeiten
Nach Abschluss der Kanalbauarbeiten folgen drei weitere Bauabschnitte, die den eigentlichen Straßenbau und die abschließenden Gestaltungsarbeiten umfassen. Ab Oktober 2026 startet der grundhafte Straßenneubau inklusive der Gehwege sowie der Bord- und Rinnenanlagen. Ab Mai 2027 wird die Asphaltdeckschicht eingebaut, was die Fahrbahn abschließend trag- und verschleißfest macht. Im Herbst 2027 sind schließlich die Pflanzarbeiten und die Gestaltung der Grünflächen vorgesehen, um das Straßenbild aufzuwerten und die Oberfläche dauerhaft zu stabilisieren. Die Gesamtfertigstellung und der Projektabschluss sind für Oktober 2027 geplant.
Verkehrsumleitungen und Information der Anwohner
Während der gesamten Bauzeit bleibt die L 131 im betroffenen Abschnitt voll gesperrt. Der überörtliche Durchgangsverkehr wird großräumig über die L 142 in Richtung Lüssow und Schwaan umgeleitet. Für Anwohner der Straße 'Vor dem Rostocker Tor' wird angestrebt, den Zugang zu ihren Grundstücken nach Möglichkeit aufrechtzuerhalten, wobei es abhängig von den Bauphasen zu Einschränkungen kommen kann. „Die Bauleitung wird fortlaufend über den Baufortschritt, temporäre Regelungen und konkrete Bauabschnitte informieren, damit alle Betroffenen ihre Wege entsprechend planen können“, erklärt Möller abschließend.



