Der Schöne Klaus: Vom Zuhälter zum Künstler - Ein Hamburger Kiez-Drama
In den 1980er-Jahren bot der Hamburger Kiez eine schnelle Möglichkeit, zu Reichtum zu gelangen. Klaus Barkowsky, der unter dem Spitznamen „Schöner Klaus“ bekannt wurde, nutzte diese Chance und stieg als sogenannter „Oberpoussierer“ für die berüchtigte Nutella-Bande auf. Seine Aufgabe bestand darin, neue Prostituierte anzuwerben, wobei sein charismatisches Auftreten ihm einen legendären Ruf einbrachte.
Ein Leben zwischen Luxus und Gefahr
Barkowsky, der optisch an eine Mischung aus Don Johnson und Jon Bon Jovi erinnerte, galt als unwiderstehlicher Herzensbrecher. Zeitweise standen ihm bis zu 15 Frauen zur Seite, die alles für ihn taten. Sein tägliches Einkommen erreichte in Spitzenzeiten die beeindruckende Summe von 10.000 Deutschen Mark, was ihm einen luxuriösen Lebensstil mit Sportwagen und teuren Accessoires ermöglichte.
Doch das gefährliche Milieu forderte seinen Tribut. In einer Kneipe auf der Reeperbahn wurde Barkowsky von einem österreichischen Zuhälter angeschossen. Dieser Vorfall markierte einen Wendepunkt in seinem Leben, obwohl er die Schussverletzungen überlebte.
Vom Kiez in die Kunstwelt
Nach diesem traumatischen Erlebnis beschloss Barkowsky, aus dem Rotlichtmilieu auszusteigen. Er heiratete eine Millionärin und wandte sich der Kunst zu, wo er eine neue Identität fand. Sein Tod ereignete sich erst viele Jahre später, fernab der gewalttätigen Welt des Kiez.
Podcast-Reihe enthüllt Kiez-Geschichten
Der Podcast „Im Verhör SPEZIAL: Die bösen Jungs vom Kiez“ von SPIEGEL TV beleuchtet diese faszinierende Geschichte. Reporterin Christina Pohl hat dafür bisher unveröffentlichtes Archivmaterial zusammengetragen, darunter Interviews mit Zuhältern, verdeckten Ermittlern, Staatsanwälten und Menschen aus dem Milieu.
Die dreiteilige Serie erzählt nicht nur Barkowskys Geschichte, sondern auch die von anderen legendären Figuren des Hamburger Kiez:
- „Karate-Tommy“ (Thomas Born), dessen Blick allein gestandene Männer zum Heulen bringen konnte
- „Der Göttliche Zuhälter“ (Stefan Hentschel), der im Boxkeller der Kiezkneipe „Zur Ritze“ trainierte und starb
Die Podcast-Reihe bietet einen tiefen Einblick in das System des Rotlichtmilieus der 1970er- und 1980er-Jahre, das von Luxus, Macht und Gewalt geprägt war. Sie hinterfragt, wie dieses System funktionierte und wer den wahren Preis dafür zahlte.
Die goldenen 1980er-Jahre auf der Reeperbahn zeigten eine dunkle Seite, die oft hinter dem Glamour verborgen blieb. Diese Dokumentation enthüllt die komplexen Dynamiken von Geld, Einfluss und menschlichen Schicksalen in einem der berühmtesten Rotlichtviertel Deutschlands.



