Tragischer Tod einer 14-Jährigen in Berlin-Neukölln
Gelbe Markierungen auf dem Asphalt des Buckower Damms in Berlin-Neukölln zeugen von einem furchtbaren Verkehrsunfall, der am Freitagabend das Leben einer 14-jährigen Schülerin forderte. Samar, die in die achte Klasse einer Gesamtschule ging und als gute Schülerin galt, starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus, nachdem sie mit einem E-Scooter von einem Auto erfasst worden war.
Familie und Freundinnen in tiefer Trauer
Am Tag nach der Tragödie versammelten sich Samars Vater und Onkel an der Unfallstelle, während Freundinnen weinend Blumen an der Kreuzung niederlegten. „Nächste Woche wäre sie 15 Jahre alt geworden“, sagte der verzweifelte Vater gegenüber Reportern und senkte den Kopf. Die Familie, die ursprünglich aus dem Libanon stammt, hat vier weitere Kinder. Der Onkel übermittelte per Videoanruf die traurige Nachricht an Verwandte in der Heimat und zeigte dabei die Unfallstelle, die er als „alles unfassbar“ beschrieb.
Hergang des tödlichen Unfalls
Nach ersten Erkenntnissen der Berliner Polizei waren Samar und ihre enge Freundin Amina (14) gegen 20.45 Uhr gemeinsam auf einem E-Scooter unterwegs. Die Mädchen sollen den Buckower Damm auf dem Fahrradstrefen überquert haben, wobei sie nach aktuellen Informationen Rot an der Ampel hatten. Ein 42-jähriger Fahrer eines schwarzen Seat erfasste die Teenagerinnen und schleuderte sie durch die Luft. Samar wurde noch vor Ort reanimiert, doch jede Hilfe kam zu spät. Ihre Freundin Amina erlitt schwere Kopfverletzungen und wird auf der Intensivstation behandelt, ist jedoch außer Lebensgefahr.
Alkoholisierter Fahrer und bekannte Unfallstelle
Der Fahrer des Seat stand laut Polizeiangaben unter Alkoholeinfluss. „Einsatzkräfte stellten bei dem 42-Jährigen eine Alkoholisierung fest“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen, deren Ergebnis noch aussteht. Augenzeugen, die den Unfall von der gegenüberliegenden Straßenseite beobachteten, berichteten: „Das Auto kam uns schneller vor als erlaubt. Es hat gehupt, dann hat es gekracht.“ Auffällig ist, dass keine Bremsspuren zu sehen sind – der Wagen kam etwa 40 Meter hinter der Unfallstelle zum Stehen.
Die Straße gilt als Unfallschwerpunkt. Nur rund 50 Meter von der Stelle entfernt, an der Samar tödlich verunglückte, steht ein weißes Geisterfahrrad als Mahnmal. Dort war im vergangenen Jahr ein 63-jähriger Radfahrer von einem Lkw erfasst worden und verstorben.
Folgen und Erinnerungen
Am Tag nach dem Unfall lagen noch immer ein Seitenspiegel und Teile der Autoverkleidung auf dem Gehweg. Die tragischen Ereignisse werfen erneut Fragen zur Verkehrssicherheit in Berlin auf, insbesondere im Zusammenhang mit E-Scootern und alkoholisierten Fahrern. Für Samars Familie und Freundinnen bleibt nur die traurige Gewissheit, dass ein junges Leben viel zu früh beendet wurde – eine Woche vor ihrem 15. Geburtstag.



