Hannover – Naturgewalten haben im vergangenen Jahr in Niedersachsen deutlich geringere Schäden angerichtet als im Vorjahr. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) summierten sich die versicherten Sachschäden auf rund 128 Millionen Euro. Den größten Anteil daran hatten Sturm- und Hagelschäden, die zehntausende Schadensfälle verursachten. Die Versicherer wurden dadurch mit mehr als 100 Millionen Euro belastet.
Große Überschwemmungen blieben aus
Im Jahr 2025 blieben großflächige Überschwemmungen, wie sie noch 2024 aufgetreten waren, aus. Bundesweit beliefen sich die Schäden durch Naturgewalten in der Sachversicherung auf rund 1,4 Milliarden Euro – ein vergleichsweise milder Wert. Zum Vergleich: Im besonders schadensträchtigen Jahr 2024 waren die Schäden deutlich höher ausgefallen. Überschwemmungen und Starkregen spielten in Niedersachsen in diesem Jahr eine untergeordnete Rolle.
GDV warnt vor falschen Schlüssen
GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen warnte eindringlich davor, aus dem ruhigeren Jahr eine generelle Entwarnung abzuleiten. „Die Schäden schwanken stark von Jahr zu Jahr, deshalb dürfen ruhigere Jahre nicht als Trend interpretiert werden“, betonte er. Asmussen wies zudem auf anhaltende Defizite beim Versicherungsschutz hin: Nur ein Teil der Gebäude sei gegen Elementarschäden wie Überschwemmungen oder Starkregen abgesichert. In Niedersachsen liege der Anteil entsprechender Zusatzversicherungen bei gut 40 Prozent.
Elementarschäden in Bremen selten
Auch im benachbarten Bremen entstand durch Unwetter ein zweistelliger Millionenschaden. Auch hier dominierten Sturm- und Hagelereignisse das Schadensbild, während Elementarschäden vergleichsweise selten waren. Der GDV betont, dass trotz geringerer Schäden der Handlungsdruck hoch bleibe. Neben einem ausreichenden Versicherungsschutz seien vor allem Prävention, eine bessere Bauplanung und die Anpassung an den Klimawandel notwendig, um Risiken langfristig zu minimieren.



