Berlin – Verwirrende Signale an den Zapfsäulen: Seit dem 1. Mai ist der Sprit in Deutschland deutlich günstiger geworden. Grund ist der staatliche Tankrabatt von rund 17 Cent. Doch die Entlastung kommt nicht vollständig beim Verbraucher an. Am Sonntag, den 3. Mai, lag der Preis für einen Liter Benzin um 11.50 Uhr bei durchschnittlich 2,043 Euro – ein leichter Anstieg zum Vortag (2,02 Euro). Um 12.10 Uhr schnellte der Preis auf 2,145 Euro hoch (Vortag: 2,0143 Euro). Diesel kostete vor 12 Uhr 2,071 Euro (Vortag: 2,05 Euro), nach 12 Uhr plötzlich 2,191 Euro (Vortag: 2,189 Euro), wie Daten von Benzinpreis-aktuell.de zeigen.
Entlastung geringer als erwartet
Auffällig: Der Tankpreis für den Verbraucher reduzierte sich am 3. Mai im Vergleich zum 30. April nur um jeweils 13,9 Cent – sowohl bei Benzin als auch bei Diesel, wenn man die Nach-12-Uhr-Preise betrachtet. Das ist weniger als die versprochenen 16,7 Cent. Handelt es sich um Abzocke? Nicht unbedingt. Der Tankrabatt, befristet auf Mai und Juni, senkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Theoretisch sollte der Sprit dadurch um 16,7 Cent pro Liter günstiger werden. Dass die Entlastung nicht sofort vollständig beim Verbraucher ankommt, liegt daran, dass die Tankstellen zunächst ihre höher besteuerten Altbestände verkaufen müssen.
Steigende Ölpreise belasten zusätzlich
Seit Beginn des Krieges Ende Februar sind die Ölpreise insgesamt um mehr als 60 Prozent nach oben geschnellt. Der Zickzack-Kurs der Politik der letzten Tage zeigt die starken Auswirkungen: Am Donnerstag ließen Spekulationen auf ein mögliches Ende der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise deutlich in die Höhe schießen. Am 17. April waren sie noch gesunken, nachdem Irans Außenminister Abbas Araghtschi die Öffnung der Straße von Hormus verkündet hatte und US-Präsident Trump ihm dafür öffentlich gedankt hatte. Kurz darauf sperrten die Revolutionsgarden die Meerenge jedoch wieder. Seitdem stocken die Verhandlungen, und die Ölpreise klettern weiter nach oben.
Die Kombination aus Altbeständen und steigenden Rohölpreisen sorgt dafür, dass der Tankrabatt nur abgeschwächt beim Autofahrer ankommt. Ob die volle Entlastung in den kommenden Wochen eintritt, bleibt abzuwarten.



