Der Fall des achtjährigen Fabian, der im Oktober des Vorjahres Opfer eines Gewaltverbrechens wurde, beschäftigt nun das Landgericht Rostock. Nach umfangreichen Ermittlungen beginnt der Prozess gegen die tatverdächtige Frau. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr heimtückischen Mord vor. Eine Übersicht über die Ereignisse seit dem Verschwinden des Jungen.
Die Chronologie des Falls
Oktober 2025: Das Verschwinden und der Fund
Am 10. Oktober blieb Fabian wegen Unwohlseins zu Hause, während seine Mutter zur Arbeit ging. Als sie zurückkehrte, war der Junge verschwunden. Gegen 20:30 Uhr meldete die Mutter ihn als vermisst. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde Fabian bereits an diesem Tag zwischen 11:00 und 15:00 Uhr getötet.
Vier Tage später, am 14. Oktober, wurde Fabians Leiche auf einen Hinweis einer Frau hin am Ufer eines Tümpels bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, gefunden. Der Leichnam war vermutlich angezündet worden, um Spuren zu verschleiern.
Ermittlungen und Festnahme
Am 21. Oktober richtete die Kriminalpolizeiinspektion Rostock eine erweiterte Mordkommission ein. Am 30. Oktober fand in der Kirche St. Marien in Güstrow ein Trauergottesdienst für Fabian statt, an dem Hunderte Menschen teilnahmen.
Der Fall wurde am 5. November in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ ausgestrahlt, woraufhin mehr als 30 Hinweise eingingen. Bereits am 6. November durchsuchte die Polizei mit rund 120 Kräften mehrere Objekte in Reimershagen und Rum Kogel. Eine Frau wurde unter dringendem Mordverdacht verhaftet, ein orangefarbener Ford Ranger beschlagnahmt.
Am 7. November erließ der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Rostock Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts. Die Beschuldigte kam in Untersuchungshaft und machte keine Angaben zur Sache.
Haftprüfung und weitere Ermittlungen
Am 20. November baten die Ermittler erneut um Hinweise zum orangefarbenen Ford Ranger der Tatverdächtigen. Der Anwalt der Beschuldigten, Andreas Ohm, stellte am 24. November einen Haftprüfungsantrag mit der Begründung, die Haftgründe beruhten nur auf Indizien.
Das Amtsgericht Rostock bestätigte den Haftbefehl am 3. Dezember. Der Anwalt kündigte Beschwerde beim Landgericht Rostock an. Am 5. Dezember durchsuchten rund 25 Ermittler erneut eine Wiese nahe dem Fundort bei Klein Upahl, jedoch ohne neue Erkenntnisse. Am 9. Dezember ging die Haftbeschwerde beim Amtsgericht ein.
Die Staatsanwaltschaft gab am 16. Dezember bekannt, dass frühestens im März 2026 mit einem Abschluss der Ermittlungen gerechnet werde. Hunderte Spuren müssten noch ausgewertet werden. Das Landgericht Rostock wies die Beschwerde des Anwalts am 19. Dezember ab, sodass die Beschuldigte in Untersuchungshaft blieb.
Anklageerhebung und Prozessbeginn
Am 2. März 2026 rechnete die Staatsanwaltschaft mit dem Abschluss der Ermittlungen am 5. oder 6. März. Am 9. März, fünf Monate nach Fabians Tod, schloss die Staatsanwaltschaft Rostock die Ermittlungen ab und erhob Anklage. Der Vorwurf lautet auf heimtückischen Mord. Nach Ermittlungsergebnissen bestehe der hinreichende Verdacht, dass die Angeschuldigte das ihr gut bekannte Kind aus dem Haus gelockt und an einem Teich mit mindestens sechs Messerstichen getötet habe.
Am 28. April begann vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rostock der Prozess gegen die 30-jährige Angeklagte, die sich weiterhin in Untersuchungshaft befindet. Insgesamt sind zunächst 17 Verhandlungstage bis zum 2. Juli angesetzt.



