Dobrindt lässt erneut Afghanen nach Kabul abschieben
Dobrindt: Erneut Abschiebungen nach Kabul

Die Bundesregierung setzt ihren robusten Abschiebekurs fort. Nach Informationen des SPIEGEL startete in der Nacht erneut ein Charter-Jet, der eine größere Gruppe straffälliger Afghanen nach Kabul bringt. Der Flug ist Teil eines umstrittenen Handschlag-Deals mit den Taliban, der im vergangenen Jahr ausgehandelt wurde.

Hintergrund des Abschiebeflugs

Der Charterjet hob in den frühen Morgenstunden von einem deutschen Flughafen ab, vermutlich vom Airport Leipzig. Ziel ist die afghanische Hauptstadt Kabul. An Bord befinden sich ausschließlich männliche Straftäter, die in Deutschland rechtskräftig verurteilt wurden. Die genaue Anzahl der Abgeschobenen ist nicht bekannt, es soll sich jedoch um eine größere Gruppe handeln.

Der Handschlag-Deal mit den Taliban

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung unter Vermittlung von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt eine Vereinbarung mit den Taliban getroffen. Der Deal sieht vor, dass Afghanistan straffällige Staatsbürger zurücknimmt, die aus Deutschland abgeschoben werden. Im Gegenzug sagte Deutschland humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zu. Kritiker werfen der Regierung vor, mit einem terroristischen Regime zu kooperieren.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Reaktionen und Kontroversen

Die erneute Abschiebung stößt auf heftige Kritik von Menschenrechtsorganisationen und Oppositionspolitikern. Sie argumentieren, dass die Taliban kein rechtsstaatliches System garantieren und die Abgeschobenen dort Folter oder Hinrichtung drohen könnten. Die Bundesregierung verteidigt ihr Vorgehen mit dem Hinweis auf die innere Sicherheit: Straftäter müssten konsequent abgeschoben werden, um ein Zeichen zu setzen.

Bisherige Abschiebungen

Es ist nicht das erste Mal, dass Deutschland afghanische Straftäter nach Kabul ausfliegt. Bereits im Dezember 2025 und im Februar 2026 fanden ähnliche Charterflüge statt. Damals waren es jeweils rund 20 bis 30 Personen. Die genauen Zahlen unterliegen der Geheimhaltung, um die Sicherheit der Operationen zu gewährleisten.

Ausblick

Die Bundesregierung plant, die Abschiebungen fortzusetzen. Weitere Flüge sind in den kommenden Monaten vorgesehen. Die Kooperation mit den Taliban bleibt jedoch ein heikles Thema, das die deutsche Außenpolitik vor Herausforderungen stellt. Beobachter rechnen mit anhaltenden Debatten über die ethischen und rechtlichen Implikationen dieser Maßnahmen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration