Rotterdam: Freizeitpark Rivoli wird abgerissen – Wohnungen statt Achterbahn
Das Riesenrad wird sich wohl nie drehen, auf der Achterbahn wird niemand fahren. Der verlassene Freizeitpark „Rivoli“ im Rotterdamer Hafen steht vor dem endgültigen Aus. Noch drastischer: Alle fertig gebauten Attraktionen sollen abgerissen werden, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtet.
Der 50 Millionen Euro teure Spaßpark, der nie eröffnete, muss einem neuen Wohnviertel weichen. Dabei wurde das 25.000 Quadratmeter große Areal gerade erst für 6,6 Millionen Euro bei einer Online-Auktion verkauft. Die Stadt Rotterdam hat andere Pläne: Bezahlbare Wohnungen sollen entstehen, kombiniert mit Einrichtungen und Gewerbeflächen.
Stadtrat beschließt Ende des Vergnügungsparks
Ende der Woche wurde bekannt, dass die Mehrheit des Rotterdamer Stadtrats mit den Plänen des neuen Eigentümers unzufrieden ist. Dieser wollte ein 120 Meter langes Schiff namens „Arche Noah“ am Rande des Parks verankern. Der Stadtrat verabschiedete einen Beschluss, der dem Freizeitpark in bester Lage keine Zukunft mehr gibt.
Stattdessen sollen nun Wohnungen gebaut werden. Baudezernentin Chantal Zeegers (59) erklärte: „Es könnte ein sehr attraktiver Teil Rotterdams werden, mit herrlichem Blick auf die Maas, hochwertigem Wohnraum und einem attraktiven Veranstaltungsort, der die Bewohner wieder mit dem Fluss verbindet.“
Neuer Besitzer hält an Eröffnung fest
Seit 2012 hatte Hennie van der Most (76), bekannt als „König der Freizeitparks“ in den Niederlanden, an dem Projekt gebaut. Er scheiterte an Kosten, Genehmigungen und dem Zustand des Bodens. Ein Brand auf dem Gelände kam hinzu.
Der schwerreiche Unternehmer Wim Beelen ersteigerte das Pachtrecht für „Rivoli“ bis 2030 für 6,6 Millionen Euro, zuzüglich 100.000 Euro für Auktions- und Notarkosten. Von den Plänen der Stadt hält er wenig: „Vor ein paar Jahren wollten Politiker hier einen Vergnügungspark und jetzt wollen sie Wohnungen“, sagte er dem Nachrichtenportal „RTV Rijnmond“. „Wenn sie dort so gerne Häuser bauen wollen, sollen sie das Grundstück selbst kaufen.“
Beelen hält daran fest, den Park „noch vor Jahresende“ zu eröffnen, im schlimmsten Fall nur für drei Jahre. Denn ab 2030 fällt der Besitz zurück an die Stadt. Der Millionär ist kein Unbekannter: 2021 kaufte er ein riesiges Werftgelände im Amsterdamer Hafen für 86 Millionen Euro, verkaufte es nach einem Konflikt mit der Gemeinde für fast das Doppelte zurück.



