Deutschland fällt auf Platz 14 der Pressefreiheits-Rangliste
Deutschland auf Platz 14 der Pressefreiheit

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat ihre jährliche Rangliste der Pressefreiheit für das Jahr 2026 veröffentlicht. Deutschland verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze und belegt nun Rang 14. Die Organisation begründet den Abstieg mit einer wachsenden Bedrohungslage für Journalisten, sowohl im Internet als auch auf der Straße. Auch erschwerte Arbeitsbedingungen durch polarisierte Themen wie die Berichterstattung über die Kriege in Nahost werden als Ursache genannt.

Weltweite Verschlechterung der Pressefreiheit

Die Lage der Pressefreiheit hat sich weltweit erneut verschlechtert. Laut RSF lebt im Jahr 2026 nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung in Ländern mit einer als „gut“ eingestuften Lage. Spitzenreiter bleibt Norwegen, gefolgt von den Niederlanden und Estland. Auch Dänemark, Schweden, Finnland und Irland schneiden gut ab. RSF-Geschäftsführer Christian Mihr bezeichnete die Entwicklung als dramatisch: „Nur noch einer von 100 Menschen weltweit kann sich durch eine vielfältige, gesunde Medienlandschaft informieren.“ Der Niedergang der Pressefreiheit werde seit einem Vierteljahrhundert dokumentiert, dennoch bleibe der Befund alarmierend.

Deutschland: Aufgeheiztes Klima und Druck auf Journalisten

Dass Deutschland erneut Plätze verliere, sei auch Ausdruck eines aufgeheizten Klimas, so Mihr. Besonders bei der Berichterstattung über rechtsextreme Milieus oder den Krieg in Gaza berichteten viele Journalisten von starkem Druck, hitzigen Debatten und der Sorge, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden. Die Organisation teilt die Länder in fünf Kategorien ein: gute Lage, zufriedenstellende Lage, erkennbare Probleme, schwierige Lage und sehr ernste Lage. In Deutschland gilt die Lage der Pressefreiheit weiterhin als „zufriedenstellend“.

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Mehr als die Hälfte der Länder in den schlechtesten Kategorien

Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste befinden sich mehr als die Hälfte aller Länder in den beiden schlechtesten Kategorien. Besonders die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich laut RSF verschlechtert. Auch in demokratischen Ländern werde das Recht der Bürger auf Information zunehmend beschnitten. Besonders deutlich abgerutscht sind Niger um 37 Plätze und Ecuador um 31 Plätze. Israel verlor aufgrund des unerbittlich geführten Krieges in Gaza vier Plätze und liegt nun auf Rang 116. Die palästinensischen Gebiete verbesserten sich leicht auf Rang 156 von insgesamt 180 Ländern.

USA und Syrien: Gegenläufige Entwicklungen

Die USA sind vor allem wegen der Angriffe der Trump-Regierung auf Journalisten und Medienhäuser um sieben Ränge abgerutscht und liegen nun auf Platz 64. Am stärksten verbessert hat sich Syrien, das nach dem Sturz der Assad-Diktatur von Platz 177 auf Platz 141 aufsteigen konnte. Schlusslicht bleibt Eritrea, auf dem vorletzten Rang landet Nordkorea, gefolgt von China und Iran. Neu unter den letzten zehn ist Saudi-Arabien, vor allem wegen der Hinrichtung des Journalisten Turki al-Dschasser.

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