Im Tarifkonflikt im regionalen Nahverkehr in Sachsen-Anhalt hat die Gewerkschaft Verdi erneute Streiks angekündigt. Vom 27. April bis zum 1. Mai sollen in mehreren Landesteilen die Busse stillstehen. Betroffen sind Unternehmen in der Börde, im Harz, im Salzlandkreis, im Jerichower Land und in der Altmark. Ob die gesamte Woche oder nur an einzelnen Tagen gestreikt wird, ließ Verdi zunächst offen.
Hintergrund des Arbeitskampfes
Die Tarifverhandlungen stocken, weil ein neues Angebot der Arbeitgeber nach Ansicht der Gewerkschaft völlig unzureichend ist. Verdi bezeichnete das Angebot als „ein Schlag ins Gesicht eines jeden Kollegen und einer jeden Kollegin“. Die Gewerkschaft fordert deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Konkret geht es um eine Reduzierung der maximalen Dienstschichtlänge von derzeit 12,5 Stunden auf 9 Stunden. Außerdem sollen die Ausgleichszeiträume für Mehrarbeit und Überstunden verkürzt werden, damit die Beschäftigten ihre Erholung nicht erst nach sechs Monaten, sondern zeitnah erhalten. Zudem verlangt Verdi 30 Tage Urlaub bereits beim Berufseinstieg.
Nächste Verhandlungen Anfang Mai
Die Tarifverhandlungen sollen am 4. und 5. Mai fortgesetzt werden. Verdi hofft, dass die Arbeitgeber dann ein verbessertes Angebot vorlegen. Sollte dies nicht der Fall sein, sind weitere Streiks nicht ausgeschlossen. Die Gewerkschaft betont, dass die Beschäftigten im regionalen Nahverkehr dringend entlastet werden müssten, um den Beruf attraktiver zu machen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Die Fahrgäste in den betroffenen Regionen müssen sich in der kommenden Woche auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Verdi empfiehlt, sich vor Fahrtantritt über alternative Verkehrsmittel zu informieren.



