Seit den Olympischen Spielen 2024 in Paris ist Annett Kaufmann (19) einem breiten Publikum bekannt. Die Tischtennisspielerin gewann mit ihrem Team Bronze im Team-Wettbewerb und hatte sich zuvor bereits als Junioren-Weltmeisterin einen Namen gemacht. Doch mit der neuen Berühmtheit erlebt die 19-Jährige auch die Schattenseiten des Ruhms.
Hasskommentare und Morddrohungen
Bereits im März dieses Jahres machte Kaufmann Hasskommentare gegen ihre Person öffentlich. Nutzer im Netz beleidigten sie auf übelste Weise. „Es wurde genau geschildert, wie ich umgebracht werden soll“, sagte die Sportlerin damals. Sie ergänzte: „Vor allem Frauen bekommen unsägliche Nachrichten, die sich auf Äußerlichkeiten beziehen. Auch ich erhalte, neben anderen Hassbotschaften, viele extrem sexistische Kommentare. Es gibt zwar auch viele Fans, die mich in den sozialen Medien verteidigen – trotzdem ist es nicht ohne, was man da aushalten muss.“
Kaufmanns Umgang mit den Drohungen
Im Vorfeld des ersten Spiels der Team-WM gegen Frankreich (Samstag, 11 Uhr/DYN) äußerte sich Kaufmann erneut zu den Vorfällen. Gegenüber der dpa sagte sie: „Wenn diese Person vor mir stehen würde, würde sie mir das Gleiche wahrscheinlich niemals direkt ins Gesicht sagen können. Hasskommentare sagen immer etwas über die aus, die sie schreiben.“ Sie fügte hinzu: „Ich stelle mir dann immer vor: Da sitzt jemand auf dem Sofa, sieht mich spielen und sagt sich: Der zeige ich es jetzt. Über solche Leute mache ich mich eher lustig.“
Sensibilisierung für das Thema
Für Kaufmann ist das Thema von großer Bedeutung. Mit ihrem mutigen Schritt an die Öffentlichkeit möchte sie sensibilisieren und darauf aufmerksam machen, was Sportlern in den sozialen Netzwerken widerfährt. „Wir Sportler sind vieles gewohnt, weil wir in der Öffentlichkeit stehen. Was ich aber anhand vieler Reaktionen bei mir gemerkt habe: Vielen Leuten ist nicht bewusst, was in sozialen Netzwerken teilweise passiert. Und viele denken, dass das Leben eines Profisportlers nur Funkeln und Glitzer bedeutet“, so Kaufmann abschließend.



