Telefonbetrug in Sachsen: Schockanrufer erbeuten Millionen von Senioren
Schockanrufer erbeuten Millionen in Sachsen

Telefonbetrug in Sachsen: Schockanrufer erbeuten Millionen von Senioren

Die Zahl der Telefonbetrugsfälle in Sachsen hat im vergangenen Jahr alarmierende Ausmaße angenommen. Kriminelle Banden haben durch sogenannte Schockanrufe mehr als 2,7 Millionen Euro von ahnungslosen Opfern erbeutet. Besonders betroffen sind dabei ältere Menschen, die von den Tätern gezielt unter Druck gesetzt werden.

Schockanrufe nehmen deutlich zu

Nach aktuellen Zahlen des Landeskriminalamtes Sachsen wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.077 Schockanrufe registriert. Davon waren 77 Anrufe erfolgreich, was zu einem Schaden von fast 2,6 Millionen Euro führte. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein deutlicher Anstieg, denn 2024 hatte die Polizei noch 765 Schockanrufe erfasst, von denen 83 zum Erfolg der Täter führten.

So funktioniert die Betrugsmasche

Die Betrüger geben sich am Telefon häufig als Polizisten, Staatsanwälte oder Ärzte aus. Mit perfiden Lügen erzählen sie den meist älteren Angerufenen, dass ein naher Verwandter einen schweren Unfall verursacht habe und nur eine sofortige Kaution eine Haftstrafe verhindern könne. Die Opfer werden dabei systematisch eingeschüchtert und unter Zeitdruck gesetzt, bis sie im schlimmsten Fall einem Abholer Bargeld, Schmuck oder andere Wertsachen übergeben.

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Enkeltrick seltener, aber weiterhin gefährlich

Während Schockanrufe zunehmen, ist der klassische Enkeltrick in Sachsen seltener geworden. Bei dieser Masche melden sich angebliche Verwandte bei Senioren, täuschen eine Notlage vor und bitten um finanzielle Hilfe. Im Jahr 2025 wurden 23 solcher Fälle bekannt, von denen sechs erfolgreich waren und insgesamt 132.000 Euro Schaden verursachten.

International organisierte Banden

Das Landeskriminalamt geht davon aus, dass hinter den Schockanrufen international agierende, hochprofessionelle Gruppierungen stehen. Diese Organisationen arbeiten mit ausgeklügelten Methoden und nutzen die Verletzlichkeit älterer Menschen schamlos aus.

Polizei gibt wichtige Verhaltenstipps

Die sächsische Polizei klärt mit der Kampagne „Hör genau hin“ im Internet und durch Informationsbroschüren über die Betrugsmaschen auf. Die wichtigsten Ratschläge lauten:

  • Immer misstrauisch bleiben bei unerwarteten Anrufen von angeblichen Behördenmitarbeitern
  • Nie persönliche Daten oder Bankinformationen am Telefon preisgeben
  • Im Zweifelsfall einfach auflegen und die Nummer bei der Polizei melden
  • Mit Familienmitgliedern über verdächtige Anrufe sprechen
  • Nie Bargeld oder Wertsachen an unbekannte Abholer übergeben

Die Polizei betont, dass echte Behörden niemals am Telefon nach Geld oder Wertsachen fragen würden. Bei Unsicherheit sollten Betroffene immer zuerst bei der örtlichen Polizeidienststelle nachfragen, bevor sie irgendwelche Handlungen vornehmen.

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