Rocker-Rache mit AK-47 und Bomben: Acht Jahre Haft für brutale Anschlagsserie
Rocker-Rache: Acht Jahre Haft für AK-47-Anschlag und Bomben

Rocker-Rache eskaliert: Acht Jahre Haft für brutale Anschlagsserie mit Sturmgewehr und Sprengstoff

Zwei ehemalige Hells Angels müssen für eine brutale Racheaktion mehrere Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Dortmund verurteilte die Ex-Rocker Dennis S. (34) und Tarek M. (26) am Montag zu jeweils acht Jahren Haft. Die beiden Männer hatten aus Rache für ihre Ausstoßung aus dem Rocker-Club eine Serie gefährlicher Anschläge verübt, bei der sie mit einer Kalaschnikow auf ein Haus schossen und Bomben vor den Türen weiterer Clubmitglieder zündeten.

50 Schüsse mitten in der Nacht: AK-47-Beschuss auf Haus des Hells-Angels-Chefs

In der Nacht zum 7. Februar 2024 eskalierte der Konflikt auf dramatische Weise. Gegen 3 Uhr morgens feuerten die beiden Angeklagten mit einem Sturmgewehr vom Typ AK-47 abwechselnd mehr als 50 Schüsse auf das Wohnhaus des Hells-Angels-Chefs Meik T. in Holzwickede ab. Im Haus schliefen zu diesem Zeitpunkt nicht nur der 52-jährige Rocker-Boss mit seiner Frau und zwei Kindern, sondern auch seine 16-jährige Nichte.

Alle Bewohner hatten großes Glück und blieben unverletzt, obwohl die Einschläge der Kalaschnikow-Geschosse das Gebäude durchsiebten. Ursprünglich war die Staatsanwaltschaft von versuchtem Mord ausgegangen, doch das Gericht sah diese Anschuldigung im Laufe des Verfahrens nicht als erwiesen an. Die Richter begründeten ihre Einschätzung damit, dass die Schüsse gezielt auf das Erdgeschoss des Hauses abgefeuert wurden, während sich die Schlafzimmer im Obergeschoss befanden.

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„Nach Überzeugung des Gerichts handelte es sich bei dem Beschuss um eine Drohgebärde, nicht um einen gezielten Tötungsversuch“, hieß es in der Urteilsbegründung. Dennis S. habe sehr wohl gewusst, wo sich die Schlafräume befanden, und dennoch bewusst das Erdgeschoss zum Ziel gemacht.

Bombenanschläge setzen Rachefeldzug fort

Wenige Tage nach dem AK-47-Beschuss setzten die gefallenen Höllenengel ihren Rachefeldzug mit noch brachialerer Gewalt fort. Mit einem Fernzünder zündeten sie Bomben vor den Haustüren weiterer Hells-Angels-Mitglieder in Bochum und Oberhausen. Die Sprengstoffanschläge sollten nach Überzeugung des Gerichts im Rocker-Milieu „Angst und Schrecken verbreiten“ und die Macht der Ausgestoßenen demonstrieren.

Während der Hauptverhandlung gestand Dennis S. die Taten vollumfänglich. Sein Komplize Tarek M., der als Spezialist für Geldautomatensprengungen gilt, beteuerte dagegen seine Unschuld. Er behauptete, beim Kalaschnikow-Anschlag in Holzwickede nicht anwesend gewesen zu sein und bei den Bombenanschlägen lediglich „Böller“ an Dennis S. verkauft zu haben.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Die Richter ließen sich von diesen Einlassungen nicht überzeugen und verurteilten beide Angeklagte zu acht Jahren Haft. Die Strafe erging unter anderem wegen Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen und Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig und kann von der Verteidigung angefochten werden.

Hintergrund der brutalen Anschlagsserie war die Ausstoßung der beiden Männer aus dem Hells-Angels-Club. Einer von ihnen war sogar für vogelfrei erklärt worden – eine schwere Demütigung im Rocker-Milieu, die die beiden offenbar nicht auf sich sitzen lassen wollten. Ihre Racheaktion richtete sich gezielt gegen führende Köpfe der Organisation, die sie einst als Brüder betrachtet hatten.

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