Post: Weniger Filialen, mehr Beschwerden in Thüringen
Post: Weniger Filialen, mehr Beschwerden in Thüringen

Post: Weniger Filialen, mehr Beschwerden in Thüringen

Die Zahl der klassischen Postfilialen in Thüringen nimmt kontinuierlich ab. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Beschwerden von Kunden über Postdienstleistungen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor.

Rückgang der Universaldienstfilialen

Im Jahr 2016 gab es in Thüringen noch 419 sogenannte Universaldienstfilialen. Bis zum Jahr 2025 sank diese Zahl auf 371. Das entspricht einem Rückgang von rund 11,5 Prozent. Allein zwischen 2023 und 2025 wurden 23 dieser Filialen geschlossen.

Mehr Beschwerden bei der Bundesnetzagentur

Parallel dazu stieg die Zahl der Beschwerden, die bei der Bundesnetzagentur über Postdienstleistungen in Thüringen eingingen. Waren es 2023 noch 640 Beschwerden, so stieg die Zahl bis 2025 auf 952. Dies bedeutet einen Anstieg von fast 50 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

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Bundesweite Entwicklung

Bundesweit wurden von 2016 bis 2025 rund 630 Universaldienstfilialen geschlossen. Damit einher ging ein Abbau von etwa 46.000 Arbeitsplätzen. Den stärksten Rückgang verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern, wo seit 2016 mehr als jede sechste Filiale schließen musste. Der Linken-Bundestagsabgeordnete David Schliesing sprach angesichts dieser Entwicklung von einem „Filial-Kahlschlag“.

Gesetzliche Vorgaben noch erfüllt

Trotz des Rückgangs sieht die Bundesregierung die Einhaltung gesetzlicher Standards nicht gefährdet. Bundesweit müssen mindestens 12.000 Universaldienstfilialen existieren, die sämtliche Postdienstleistungen anbieten. In Gemeinden und Wohngebieten mit mehr als 2.000 Einwohnern ist mindestens eine Filiale vorgeschrieben. Im Jahr 2025 gab es bundesweit 12.393 solcher Filialen, was die Mindestanforderung übersteigt.

Die Bundesregierung weist zudem darauf hin, dass die Gesamtzahl von Filialen und Paketshops aller Anbieter seit 2018 zugenommen hat. Zuletzt lag sie bei über 60.000. Hinzu kommen fast 20.000 Paketstationen aller am Markt tätigen Anbieter.

Automatisierte Stationen als Ersatz

Die Deutsche Post setzt zunehmend auf automatisierte Standorte, um ihr Filialnetz zu modernisieren. Möglich wird dies durch eine seit Anfang 2025 geltende gesetzliche Neuregelung. Nach Zustimmung der Bundesnetzagentur können klassische Filialen durch automatisierte Stationen ersetzt werden. Ende 2025 betrieb die Deutsche Post bundesweit 89 solcher Stationen als Ersatz für klassische Filialen. In Thüringen wurden bis Ende 2025 zwei automatisierte Poststationen zugelassen: im Ortsteil Niedersachswerfen in der Gemeinde Harztor (Landkreis Nordhausen) und im Ortsteil Pfiffelbach der Gemeinde Ilmtal-Weinstraße (Landkreis Weimarer Land).

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