Polizei-Gewerkschaft fordert mehr Personal gegen Kinderpornografie in MV
Polizei-Gewerkschaft fordert mehr Personal gegen Kinderpornografie

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Mecklenburg-Vorpommern schlägt erneut Alarm: Für die Bekämpfung der drastisch gestiegenen Kinderpornografie-Kriminalität seien dringend mehr Geld und Personal bei der Kriminalpolizei nötig. Dies forderte die GdP am Mittwoch in Schwerin.

966 Fälle im Jahr 2025 – ein Anstieg um 60 Prozent

Im vergangenen Jahr registrierte die Landespolizei 966 Fälle von Kinderpornografie, wie Innenminister Christian Pegel (SPD) mitteilte. Dazu zählen Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung entsprechender Bilder oder Videos. Im Vergleich zu 2024 bedeutet dies einen Anstieg um 60 Prozent. Die GdP bezeichnet diese Entwicklung als alarmierend. Allerdings handle es sich nur um das Hellfeld – die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.

„Hinter jeder Datei, jedem Bild und jedem Video steht der reale Missbrauch eines Kindes. Deshalb darf die Bekämpfung von Kinderpornografie weder technisch noch personell auf halber Strecke stehen bleiben“, erklärte Sandra Konkol, Kriminalexpertin der GdP. Die Gewerkschaft sieht sowohl den Innen- als auch den Finanzminister in der Pflicht. Die Polizisten müssten personell deutlich entlastet werden.

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GdP-Chefin: Auch Tarifbeschäftigte können die Arbeit leisten

Die Bekämpfung von Kinderpornografie liegt federführend beim Landeskriminalamt (LKA). Nach Informationen des Nordkurier sind dort nur etwa ein Dutzend Beamte mit diesem Bereich betraut. Die GdP hält das für völlig unzureichend. Kristin Frosch, die neue Landesvorsitzende der Gewerkschaft, fordert ein Umdenken im Innenministerium. Nicht alle Aufgaben müssten von Polizisten erledigt werden. „Das müssen keine Vollzugskräfte sein, die Videos und Fotos auswerten“, sagte Frosch dem Nordkurier. Stattdessen solle das Ministerium auf dem freien Markt Tarifbeschäftigte anwerben.

Die GdP begrüßt zwar, dass die Landesregierung in der Vergangenheit mehr Geld in IT-Struktur und Vernetzung der Dienststellen investiert hat. Allerdings drohe dieser Ansatz nun aus finanziellen Gründen zu scheitern. Die Folge wären Rückschritte: Dienststellen müssten Daten wieder per Kurier versenden – „wie seit 30 Jahren“, so die Gewerkschaft.

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