Oschersleben in Sachsen-Anhalt: Ein neues Jahr begann für Enrico L. mit einer neuen Liebe. Doch das Glück währte nur kurz. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem 40-Jährigen und seiner zwölf Jahre jüngeren Freundin. Den letzten Streit überlebte Enrico L. nicht. Seine 28-jährige Freundin soll ihn getötet haben und sitzt nun in Untersuchungshaft.
Grausiger Fund in der Humboldtstraße
Bekannte entdeckten den Lagerarbeiter am Samstag leblos in seiner Wohnung in der Humboldtstraße in Oschersleben. Stefan Brodtrück, Sprecher der Polizeiinspektion Magdeburg, erklärte: „Im Zuge der ersten rettungsmedizinischen Maßnahmen wurde der Tod des Mannes ärztlich festgestellt. Des Weiteren erhärtete sich der Verdacht, dass der Geschädigte durch Fremdeinwirkung zu Tode kam.“
Nachbar berichtet von lautem Streit
Der Polizeieinsatz im Plattenbau blieb nicht unbemerkt. Nachbar Mehdi (29) berichtete: „Plötzlich standen hier viele Einsatzfahrzeuge vor dem Block. Kurz zuvor hatte es einen heftigen Streit vor dem Haus gegeben. Ich sah eine junge Frau, die vor dem Eingang laut herumbrüllte.“ Der lautstarke Zoff verlagerte sich dann in die Wohnung von Enrico L. Nach Informationen von BILD wurde es kurz darauf still – vermutlich, weil das Opfer zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr lebte.
Neue Liebe zeigte schnell Risse
Für Maik S. (39) ist die Nachricht vom Tod seines Freundes Enrico ein Schock: „Wir kannten uns seit der Schulzeit. Als er am 4. Januar verkündete, dass er verliebt sei und endlich wieder eine Beziehung führe, habe ich mich riesig für ihn gefreut.“ Der Kumpel bekam jedoch auch mit, dass die neue Liebe schnell erste Risse zeigte: „Enrico sehnte sich nach etwas Festem. Aber das war eine On-off-Beziehung. Die Abstände zwischen Zoff und Versöhnung wurden immer kürzer. Anfang April meinte Enrico, dass sie wohl doch nicht die Richtige sei und er sich trennen werde.“
Verdächtige in Untersuchungshaft
Dazu kam es offenbar nicht mehr. Im Streit soll die junge Frau Enrico L. getötet haben. Er hinterlässt einen Sohn (13) aus einer früheren Beziehung. Am Sonntag wurde die Beschuldigte dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ. Bis zum Prozess bleibt sie in Untersuchungshaft in der JVA Halle.
Zu den Details des Verbrechens halten sich die Ermittler vorerst bedeckt. Staatsanwältin Isabell Wilk von der Staatsanwaltschaft Magdeburg erklärte knapp: „Die Ermittlungen in dem Verfahren dauern weiterhin an. Weitere Auskünfte können derzeit nicht erteilt werden.“



