Mordprozess um getöteten Fabian: Angeklagte 30-Jährige vor Gericht
Mordprozess um Fabian: Angeklagte 30-Jährige vor Gericht

Der gewaltsame Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow sorgte im vergangenen Jahr für Entsetzen weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus. Am 28. April beginnt vor dem Landgericht Rostock der Mordprozess gegen eine 30-jährige Frau, die den Jungen getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, Fabian heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen ermordet zu haben. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar, der Prozess soll Aufklärung bringen.

Was geschah am Tattag?

Am 10. Oktober 2025 blieb Fabian wegen Unwohlseins zu Hause, während seine Mutter zur Arbeit ging. Als sie zurückkehrte, war der Junge verschwunden. Er erschien auch nicht zur gewohnten Zeit. Gegen 20:30 Uhr meldete die Mutter ihren Sohn als vermisst. Der Junge galt als zuverlässig und nicht als Ausreißer. Die Eltern des Kindes leben getrennt; Fabian wohnte bei seiner Mutter in Güstrow, hatte aber auch Kontakt zu seinem Vater, der in einem südlich gelegenen Dorf lebt. Zunächst vermuteten die Ermittler, dass Fabian auf dem Weg zu seinem Vater war. Später stellte sich heraus, dass das Kind zum Zeitpunkt der Vermisstenmeldung bereits tot war. Es starb zwischen 11:00 und 15:00 Uhr durch mindestens sechs Messerstiche.

Wie kam die Polizei auf die Spur der Tatverdächtigen?

Nach dem Fund der Leiche richtete die Kriminalpolizeiinspektion Rostock eine Mordkommission ein. Die Ermittler untersuchten den Fundort mehrfach und durchsuchten auch einen landwirtschaftlichen Betrieb. Am 5. November war der Fall Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“, woraufhin mehr als 30 Hinweise eingingen. Am Folgetag durchsuchte die Polizei mit rund 120 Kräften mehrere Objekte in Reimershagen und Rum Kogel. Dabei stellten sie mögliche Beweismittel sicher und verhafteten die Frau unter dringendem Mordverdacht.

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Was ist über die Angeklagte bekannt?

Die Frau war zum Tatzeitpunkt 29 Jahre alt und ist inzwischen 30. Nähere Angaben zu ihrer Person machten die Ermittler nicht, um ihre Identität zu schützen. Sie stammt aus der kleinstädtischen oder dörflichen Umgebung von Güstrow. Zu den schweren Vorwürfen schwieg sie zunächst. Ihr Anwalt versuchte, ihre Freilassung aus der Untersuchungshaft zu erreichen, mit dem Argument, es gebe keine handfesten Beweise und die Tatwaffe sei nicht gefunden worden. Der Antrag blieb erfolglos.

Was erwartet den Prozess?

Die Verhandlung soll klären, ob die Vorwürfe gegen die Frau zutreffen. Nach dem Auftakt am 28. April sind 16 weitere Termine bis Anfang Juli angesetzt. Das Gericht wird versuchen, das Motiv für die schreckliche Tat zu ergründen und zu prüfen, ob es sich um Mord oder Totschlag handelt. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht der Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Welche Folgen hatte das Verbrechen?

Für Fabians Familie und Freunde bedeutet die Gewalttat unfassbares Leid. Die Stadt Güstrow befand sich nach der Tat im Ausnahmezustand. Bürgermeister Sascha Zimmermann sprach damals von einer Schockstarre, weil man nicht begreifen könne, warum so etwas passiert. Die Tat löste weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus Trauer und Entsetzen aus. Zahlreiche Menschen gedachten des Jungen mit Kerzen und Kuscheltieren.

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