Nach den Feierlichkeiten zum 1. Mai in Berlin-Kreuzberg kämpft die Stadtreinigung mit einer Rekordmüllmenge. Seit dem frühen Morgen sind rund 170 Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) mit 70 Fahrzeugen im Einsatz, um die Hinterlassenschaften von Zehntausenden Feiernden zu beseitigen. Nach Angaben der BSR fielen etwa 350 Kubikmeter Abfall an – rund doppelt so viel wie im Vorjahr.
Scherben und Müllberge in Parks und Straßen
Besonders betroffen sind die Straßen zwischen Oranienplatz und Schlesischem Tor, die von Glasscherben und Splittern übersät sind. Auch in mehreren Parks türmen sich die Müllberge: Im Görlitzer Park, Mauerpark, Treptower Park und Volkspark Friedrichshain hinterließen die Feiernden große Mengen Abfall. Die BSR setzt Sonderschichten ein, um die Lage in den Griff zu bekommen.
Kein offizielles Fest, aber ungebrochener Zulauf
Ein offizielles Straßenfest gibt es in Kreuzberg am 1. Mai seit Jahren nicht mehr, da Anwohner unter Lärm, Müll und anderen Hinterlassenschaften litten. Dennoch strömen jedes Jahr Zehntausende an diesem Feiertag ab mittags in den Stadtteil. Viele reisen mit S-Bahn und Regionalzügen aus den Randbezirken und aus Brandenburg an, sodass der Andrang stetig wächst.
Zahlreiche Spätis und Kneipen verkaufen Getränke meist in Glasflaschen. Früher hatte das von den Grünen geführte Bezirksamt versucht, Glasflaschen zu verbieten und nur Becher zu erlauben, doch diese Maßnahmen sind längst nicht mehr in Kraft. Die Folge: Ganze Straßenzüge sind am späten Abend mit zerbrochenen Flaschen übersät.
Die BSR bleibt bis in den Abend im Einsatz, um die Straßen und Parks wieder sauber zu bekommen. Die genauen Kosten des Sondereinsatzes sind noch nicht bekannt.



