Berlin – Ein tragischer Unfall überschattet die Feierlichkeiten zum 1. Mai in Kreuzberg: Ein gehbehinderter Mann (69) ist am Bahnhof Gleisdreieck unter eine U-Bahn geraten und gestorben. Weder Fahrgäste noch Zugführer bemerkten das Unglück. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zu Samstag gegen 1.20 Uhr, wie die Polizei mitteilte.
Videoüberwachung zeigt Hergang
Die Auswertung von Aufnahmen aus der Videoüberwachung am Bahnhof ergab, dass der ältere Mann auf dem Bahnsteig an Gleis 2 stand und mit seiner Gehhilfe versuchte, die sich schließende Tür der U-Bahn aufzuhalten. Dies misslang, der anfahrende Zug schleifte den 69-Jährigen mit, woraufhin er unter die U-Bahn stürzte und tödliche Verletzungen erlitt.
Stundenlange Unentdecktheit
Zum Unfallzeitpunkt war die Bahn aufgrund der Maifeierlichkeiten in Berlin noch sehr voll. Dennoch bemerkte offenbar niemand den Vorfall – auch der Fahrer des Zuges nicht. Erst gegen 5.30 Uhr entdeckte der Fahrer einer in Richtung Warschauer Straße fahrenden U3 den leblosen Mann neben den Gleisen. Er alarmierte das BVG-Lagezentrum, woraufhin Rettungskräfte und Polizei anrückten. Für den Verunglückten kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Verkehrsbeeinträchtigungen
Wegen der Bergung des Verunglückten und der Ermittlungen vor Ort wurde der Verkehr der Linien U1 und U3 für zweieinhalb Stunden unterbrochen. Gegen 7 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben. Die weiteren Ermittlungen zu den Umständen des Unfalls hat ein Fachkommissariat der Polizeidirektion 5 aufgenommen.
Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit an Bahnsteigen auf, insbesondere während großer Veranstaltungen. Die Polizei bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, sich zu melden.



