Lebenslange Haft für Vitaliy B.: Handy-Geodaten überführen Mörder von Tuya C.
Lebenslang für Vitaliy B.: Handy-Daten überführen Tuyas Mörder

Lebenslange Haft für Vitaliy B.: Handy-Geodaten überführen Mörder von Tuya C.

Das Landgericht Stuttgart hat Vitaliy B. (46) zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Ukrainer wurde für den Mord an Tuya C. (38) schuldig gesprochen, einer Mutter von drei Kindern, die im Februar 2025 auf ihrem Heimweg von der Arbeit brutal getötet wurde. Das Urteil stützt sich maßgeblich auf die Auswertung der Geo-Daten seines Mobiltelefons, die ihn am Tatort platzierten.

Ein grausamer Mord und die entscheidenden Beweise

Tuya C. arbeitete im Ausflugslokal „Schützenhaus“ bei Sindelfingen in Baden-Württemberg. Am Abend des 23. Februar 2025 machte sie sich nach Feierabend mit ihrem E-Scooter auf den Heimweg. Auf einem asphaltierten Waldweg wurde sie angegriffen, von ihrem Fahrzeug gezerrt und erwürgt. Der Täter entkleidete sie bis auf Unterwäsche und Socken und versteckte ihre Leiche in einem Krötentunnel unter einer Straße.

Erst im Mai 2025 wurde die Leiche von Waldarbeitern entdeckt, nachdem Tuya C. Tage zuvor als vermisst gemeldet worden war. Die Ermittlungen konzentrierten sich schnell auf Vitaliy B., einen Bekannten der Frau. Die Polizei wertete die Geo-Daten seines Handys aus, die zeigten, dass er sich am Abend des Verbrechens am Tatort aufhielt – und auch an mehreren Abenden zuvor.

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Das Urteil und die fehlenden Motive

Die Vorsitzende Richterin Monika Lamberti (62) sagte bei der Urteilsverkündung: „Er hat Tuya mehrere Tage aufgelauert und dann erwürgt.“ Das Gericht konnte während der Beweisaufnahme kein eindeutiges Tatmotiv erkennen. Vitaliy B., der kein Alibi vorweisen konnte, bestritt den Mord bis zuletzt. Es gab weder ein Geständnis noch DNA-Spuren oder Fingerabdrücke, die ihn direkt mit der Tat in Verbindung brachten.

Stattdessen waren es die technischen Beweise, die den Ausschlag gaben. Die Geo-Daten wurden von der Staatsanwaltschaft als erdrückend bewertet und führten zur Verurteilung. Der Verteidiger Anton Frey (44) räumte ein, dass diese Daten schwerwiegend seien, kündigte jedoch an, in Revision zu gehen, da das Urteil damit noch nicht rechtskräftig ist.

Folgen für die Familie und finanzielle Entschädigungen

Für die Familie von Tuya C. bleibt der Verlust unermesslich. Die beiden Töchter, die durch einen Nebenklage-Anwalt im Prozess vertreten waren, erhalten laut Urteil jeweils 10.000 Euro Schmerzensgeld von Vitaliy B. Zudem muss der Verurteilte 3.091,50 Euro Beerdigungskosten sowie die Überführung der Urne in die mongolische Heimat von Tuya C. zahlen. Dort lebt auch der Sohn der Getöteten.

Der Fall unterstreicht die wachsende Bedeutung digitaler Spuren in der Strafverfolgung. Während traditionelle Beweismittel fehlten, erwiesen sich die Handy-Geodaten als entscheidend für die Überführung des Täters. Das Urteil markiert einen bedeutenden Präzedenzfall in der deutschen Rechtsprechung, bei dem technische Daten eine zentrale Rolle spielten.

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