Eine neu formierte linke Gruppe hat das US-Konsulat in der Münchner Maxvorstadt mit roter Farbe beschmiert. Mit der Aktion will das sogenannte Widerstandskollektiv seine Ablehnung des Iran-Kriegs zum Ausdruck bringen. Die Polizei nahm einen Aktivisten fest.
Hintergrund der Aktion
Die Gruppe bezeichnet sich selbst als Nachfolgeorganisation der Letzten Generation und als Gerechtigkeitsbewegung. Wie viele Mitglieder das Widerstandskollektiv hat, ist unklar. Klar ist jedoch, dass sie sich zu dem roten Farbanschlag bekannt hat, der am Freitagabend kurz vor 18 Uhr am US-Konsulat an der Südspitze des Englischen Gartens stattfand.
Aus Protest gegen den Iran-Krieg beschmierten die Aktivisten die Pforte des US-Konsulats mit roter Farbe – „blutrot“, wie es im Bekennerschreiben heißt, das auch der Abendzeitung vorliegt. Darin wird der US-Krieg als völkerrechtswidrig eingestuft. Die Rede ist von einer „aggressiven Intervention der US-Regierung“.
Rechtfertigung der Gruppe
Das Widerstandskollektiv argumentiert: „Nach dem Motto ‚selber machen‘ sind wir hier stellvertretend für einen Bundeskanzler, der nicht die Eier hat, den US-Botschafter einzubestellen.“ Was genau an die Pforte geschrieben wurde, ist kaum lesbar. Lediglich ein „A“ als erster Buchstabe ist zu erahnen.
Laut Polizei wurde die Farbe ziemlich sicher nicht mit einer Spraydose angebracht. „Es sieht eher danach aus, als ob man aus einer Flasche oder etwas Ähnlichem die Farbe herausgespritzt hat“, sagte ein Polizeisprecher.
Weitere Aussagen im Bekennerschreiben
Im Schreiben heißt es weiter: „Die aktuelle Kriegstreiberei, die den ganzen Nahen Osten in ein Pulverfass verwandelt und Zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende ins Elend getrieben hat, kann nicht einfach so hingenommen werden.“ Man befinde sich in einer absurden Situation, dass ein Kriegseintritt auf der Seite des Iran wegen der Völkerrechtswidrigkeit legitim wäre, so die Gruppe.
Festnahme und rechtliche Schritte
Ein Mann wurde festgenommen, teilte die Polizei mit. Es handelt sich mutmaßlich um den Täter, der die Farbe angebracht hat. Nach der Festnahme und Identitätsfeststellung wurde der 24-Jährige aus München nach einer Anzeige wegen Sachbeschädigung wieder freigelassen. Der Staatsschutz wurde hinzugezogen.
Der Protest richtete sich gegen den aus Sicht der Aktivisten völkerrechtswidrigen Krieg der USA im Iran und gegen US-Imperialismus.
Klimaschutz als zentrales Thema
Eigentlich scheint der Klimawandel das zentrale Thema der Gruppe zu sein. Das Widerstandskollektiv hat sich offenbar zum Ziel gesetzt, aktiv gerechten Klimaschutz zu betreiben, da es als sinnlos erachtet, die Bundesregierung unter Druck zu setzen. Diese sei unwillig, etwas zu bewegen, so die Argumentation.
Am Ende des Bekennerschreibens kündigen die Aktivisten weitere Aktionen an: „Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stilllegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.“



