Die Sorge vor rechter Gewalt in Cottbus wächst. Nach mehreren Vorfällen, darunter antisemitische Schmierereien an der Synagoge und Angriffe auf ein alternatives Wohnprojekt, plant die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg eine Demonstration. Die Versammlung unter dem Motto „Ihr greift uns an – wir stehen noch näher zusammen“ soll am Donnerstagabend um 19.00 Uhr stattfinden. Die Initiative rechnet mit mehreren hundert Teilnehmern. Auch die Grünen rufen zur Unterstützung der Demonstration auf.
Hintergrund der Proteste
In den vergangenen Tagen wurde die Synagoge in Cottbus mit einem Hakenkreuz und einem antisemitischen Schriftzug beschmiert. Unbekannte warfen zudem eine Leuchtfackel in das Haus eines alternativen Wohnprojekts. Vor der Wohnung eines Studentenpfarrers, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert, kam es zu mutmaßlich rechten Drohungen. Der Staatsschutz der Polizei ermittelt in diesen Fällen und prüft, ob rechtsextreme Täter dahinterstecken.
Forderungen der Initiative
Ricarda Budke, Sprecherin der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg, erklärte: „Der rechte Terror muss jetzt von Landesregierung, Polizei und Kommune mit höchster Priorität bekämpft werden. Wir haben es hier mit organisierter rechter Bandenkriminalität zu tun. Wir brauchen Schutz für unsere Orte und Ermittlungsergebnisse, die rechte Gewalttäter entsprechend zur Verantwortung ziehen.“
Bereits im Jahr 2025 war es wiederholt zu Angriffen mit Pyrotechnik auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ gekommen. Engagierte Gruppen gegen rechts berichten seit längerem, dass Rechtsextreme versuchen, den politischen Gegner einzuschüchtern. Die Demonstration soll ein starkes Zeichen gegen diese Entwicklung setzen.



