TV-Star Collien Fernandes: Unklare Ermittlungen zu Fake-Profilen und Morddrohungen
Die Schauspielerin Collien Fernandes, bekannt als Schiffsärztin Dr. Jessica Delgado in der ZDF-Serie „Das Traumschiff“, sieht sich mit undurchsichtigen Ermittlungen zu mutmaßlichen Fake-Profilen konfrontiert. Ihre Anwältin Christina Clemm aus Berlin erklärte, bis heute keine offizielle Bestätigung über staatsanwaltliche Ermittlungen in Schleswig-Holstein erhalten zu haben. Dies wirft brisante Fragen zur Transparenz und Effizienz der Behörden auf.
Ermittlungen in Schleswig-Holstein: Ein Rätsel für die Betroffene
Im November 2024 erstattete Collien Fernandes bei der Berliner Polizei Anzeige gegen Unbekannt, da ein Unbekannter einen Fake-Account in ihrem Namen angelegt haben soll. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe in Schleswig-Holstein übernahm die Ermittlungen, da die Geschädigte die Tat möglicherweise in ihrem Zuständigkeitsbereich entdeckt haben könnte. Peter Müller-Rakow, Pressesprecher und Oberstaatsanwalt in Itzehoe, erläuterte, dass Fernandes vielleicht im schleswig-holsteinischen Itzehoe im Internet surfte und dabei auf den Fake-Account aufmerksam wurde.
Doch die Kommunikation zwischen Behörden und Betroffener gestaltete sich äußerst problematisch. Laut Aussage der Staatsanwaltschaft forderten die Ermittlungsbehörden weitere Hinweise oder Beweise von Fernandes an, doch sie reagierte nicht – was im Juni 2025 zur Einstellung der Ermittlungen führte. Allerdings erreichte diese Aufforderung die Schauspielerin offenbar nie. Ihre Anwältin Christina Clemm betonte, dass Fernandes lediglich eine Mitteilung erhielt, dass die Berliner Polizei nicht mehr zuständig sei und das Verfahren an Schleswig-Holstein abgegeben werde. Welche Behörde dort zuständig sein würde, wurde ihr weder zu diesem Zeitpunkt noch auf Nachfrage im Februar 2025 mitgeteilt.
Schwere Vorwürfe gegen Ex-Ehemann Christian Ulmen
Erst durch aktuelle Recherchen des „Spiegels“ erfuhr Fernandes, dass ein Ermittlungsverfahren in Itzehoe geführt worden sein soll und eingestellt wurde. Im „Spiegel“ hatte Fernandes ihrem Ex-Ehemann Christian Ulmen vorgeworfen, über Jahre Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber mit zahlreichen Männern kommuniziert zu haben. Ulmen soll laut Fernandes KI-generierte pornografische Inhalte, die ihr ähnelten, verbreitet haben. Christina Clemm erklärte, dass sie auf ihre bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe gestellten Akteneinsichtsanträge bisher keine Reaktion erhalten habe. Auch sei einer Bitte um Rückmeldung noch nicht nachgekommen worden.
„Bis zum heutigen Tag liegen weder mir noch meiner Mandantin eine offizielle Bestätigung vor, dass ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe tatsächlich geführt wurde“, so die Rechtsanwältin von Fernandes. Dies unterstreicht die mangelnde Transparenz und Kommunikation seitens der Behörden, die für die Betroffene frustrierend und belastend ist.
Körperliche Gewalt? Ermittlungen in Spanien laufen
Ende 2025 erstattete Fernandes auch in Spanien Anzeige, wo das Paar Ulmen/Fernandes zuletzt gelebt hatte. Das zuständige Gericht in Palma hat Vorermittlungen eingeleitet, die unter anderem Identitätsmissbrauch, Beleidigung, Bedrohung und körperliche Gewalt innerhalb der Beziehung umfassen. Gerichtssprecherin Agnès Antich Andreu bestätigte, dass das Verfahren noch im Gange sei und sich in einer sehr frühen Phase befinde. Ob Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt werde, sei noch offen.
Ulmen's Anwalt Christian Schertz kündigte unmittelbar nach der ersten Berichterstattung im „Spiegel“ an, gegen die Berichterstattung des Magazins vorzugehen, da diese „aus mehreren Gründen rechtswidrig“ sei. Dies zeigt die angespannte rechtliche Auseinandersetzung im Hintergrund.
Morddrohungen führen zu Sicherheitsbedenken
Am Mittwochabend meldete sich Collien Fernandes via Instagram zu Wort und kündigte eine Demo in Hamburg am Rathausmarkt an. Ursprünglich plante sie, dort hinzugehen und zu sprechen, doch mittlerweile gibt es ernsthafte Sicherheitsbedenken aufgrund von Morddrohungen gegen sie. Diese Entwicklung verschärft die Situation zusätzlich und unterstreicht die Dringlichkeit einer klaren und effektiven Aufklärung durch die Behörden.
Die unklaren Ermittlungen, mangelnde Kommunikation und nun Morddrohungen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen Betroffene von Identitätsmissbrauch und Online-Belästigung konfrontiert sind. Es bleibt abzuwarten, wie die Behörden auf diese Kritik reagieren und ob eine transparente Aufklärung gelingt.



