In Karlsruhe breitet sich eine invasive Ameisenart rasant aus: die streng riechende Große Drüsenameise (Tapinoma magnum). Besonders schlimm traf es eine Schule im Stadtteil Neureut, wo hunderte Insekten über Kinder herfielen. Die Stadt hat mittlerweile eine eigene Beauftragte für die Eindämmung der Plage eingesetzt.
Superkolonien in Karlsruhe
Karen Eßrich (58) ist Koordinatorin zur Bekämpfung der invasiven Ameisen beim Gartenbauamt in Karlsruhe. Sie berichtet: „Wir haben in der Stadt drei Superkolonien in verschiedenen Stadtteilen. Dazu kommen noch fünf Straßenzüge, die betroffen sind.“ Erst vor wenigen Tagen mussten ihre Experten zu einer Schule im Stadtteil Neureut ausrücken.
Ameisen krabbelten zu Hunderten auf Kinder
„Dort befielen nicht etwa zehn, sondern mehrere hundert Ameisen Kinder, die auf einem Schulhof standen oder auf Bänken saßen“, so Eßrich. Immer wieder rufen besorgte Bürger beim Gartenbauamt an und äußern Angst, ihre Häuser für längere Zeit unbewacht zu lassen. Sie fürchten, dass die Tapinoma magnum auf der Suche nach Futter in die Gebäude eindringen könnte.
Ursprung und Merkmale der Großen Drüsenameise
Ursprünglich stammt die Ameise aus dem Mittelmeerraum und gelangte durch Pflanzentransporte nach Deutschland. Ihr strenger Geruch ist eines der auffälligsten Merkmale. Wenn die Ameisen gereizt, bedroht oder zerdrückt werden, geben sie einen Duftstoff ab, der als zitronig, acetonartig, aber auch ranzig wie alte Butter beschrieben wird.
Superkolonien verursachen Schäden
Die Art bildet sogenannte Superkolonien mit vielen Brutzentren, die jeweils Millionen von Arbeiterinnen umfassen. Sie können Gehwege untertunneln, Gebäudefundamente schädigen und Strom- sowie Internetausfälle verursachen. Im badischen Kehl musste bereits 2024 wegen der Ameisen ein Spielplatz geschlossen werden.
Bekämpfung mit Heißwasserdampf
Tapinoma magnum lässt sich schwer bekämpfen. Laut SWR hat die Stadt Karlsruhe zwei Mitarbeiter zur Ameisenbekämpfung eingestellt. Ihre Waffe: Heißwasserdampf, der in die Erde gedrückt wird und die Insekten tötet. Auf privaten Grundstücken sollen die Eigentümer laut einer Mitteilung täglich kochendes Wasser in die Baueingänge schütten.



