Die thailändische Polizei hat im Badeort Pattaya die Leiche einer 17-jährigen Jugendlichen in einem Reisekoffer entdeckt. Ein 46-jähriger Australier steht unter dringendem Tatverdacht und wurde am Freitagabend am Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok festgenommen. Der Mann bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und spricht laut lokalen Medien von Notwehr.
Überwachungskameras zeigen letzten Moment
Die 17-jährige Tunchanok Donhomla wurde zuletzt am Donnerstag gegen 3.30 Uhr lebend gesehen. Auf Überwachungsaufnahmen ist zu sehen, wie sie Hand in Hand mit einem Ausländer eine Wohnanlage im Bezirk Bang Lamung betritt. Die beiden begaben sich in ein Zimmer im 15. Stock. Nach Angaben der „Bangkok Post“ wollte der Mann die Jugendliche für Sex bezahlen. Rund 18 Stunden später filmten Kameras den Verdächtigen erneut, wie er einen schwarzen Koffer aus dem Gebäude zog und auf den Rücksitz eines Motorrads lud. Anschließend kehrte er ohne den Koffer zur Wohnanlage zurück.
Polizei findet Koffer mit Leiche
Polizeioberst Anek Srathongyu, Leiter der Polizeiwache Pattaya City, erklärte, der Mann sei an einer Bahnstrecke entlanggefahren und für etwa neun Minuten aus dem Blickfeld der Kameras verschwunden. Als die Einsatzkräfte den Koffer im hohen Gras fanden, entdeckten sie darin die Leiche der Jugendlichen. Der Körper wies starke Verletzungen auf. Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären.
Verdächtiger spricht von Notwehr
Die Polizei kam dem Australier auf die Spur, weil die 17-Jährige als vermisst gemeldet worden war. Bei der Durchsuchung seines Zimmers war er bereits verschwunden. Nach seiner Festnahme gab er an, es sei zu einem Streit gekommen. Er behauptete, die Jugendliche habe ihn mit einem Messer bedroht und mehr Geld verlangt, als er zahlen wollte. Daraufhin habe er sie am Hals gepackt, woraufhin sie gestorben sei.
Anklage wegen Mordes erhoben
Laut „Guardian“ wurden gegen den Australier Anklagepunkte wegen Mordes, Verbergens einer Leiche und Entführung einer Minderjährigen zu unsittlichen Zwecken erhoben. In einem Video nach seiner Festnahme soll er sich bei der Familie von Tunchanok entschuldigt haben: „Es tut mir leid, was Ihrer Tochter widerfahren ist. Ich hatte keinen Einfluss darauf.“ Der Mann sitzt weiterhin in Haft.



