Ohio: 16 Kinder auf 13 Quadratmetern – vier Festnahmen nach Horror-Fund
Ohio: 16 Kinder auf 13 Quadratmetern – vier Festnahmen

Ein Schock-Fund im US-Bundesstaat Ohio: Behörden haben 16 Kinder im Alter von einem bis 18 Jahren aus einem Haus in Hamden im Bezirk Vinton geholt. Vier Erwachsene wurden wegen des Verdachts der Kindeswohlgefährdung festgenommen. Auf einer Pressekonferenz hieß es, die Kinder hätten unter „bedauerlichen“ Bedingungen gelebt. Einige von ihnen könnten nicht einmal sprechen.

Sheriff: „Vieh wird besser gehalten“

„Ein Großteil unseres Viehs wird unter besseren Bedingungen gehalten als die Kinder“, sagte Sheriff Ryan Cain vom Vinton County auf einer Pressekonferenz. Es hätten überall Fäkalien und Müll herumgelegen. Die Lage war offenbar lebensbedrohlich. „Hätten wir noch weitere 24 Stunden gewartet, hätte es möglicherweise einen Todesfall gegeben, da bin ich mir ziemlich sicher“, sagte Ohios Generalstaatsanwalt Andy Wilson. Die Ermittler durchsuchten das Haus am Dienstag. Warum sie Verdacht schöpften, erklärten sie nicht.

Kinder lebten jahrelang in einem 13-Quadratmeter-Raum

Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten, dass die Kinder in dem Haus in den vergangenen vier Jahren in einem nur rund 13 Quadratmeter großen Raum lebten. „Ich konnte nicht in diesen Raum gehen, ich habe nur zur Tür hineingeschaut“, so Wilson. „Das war gestern, und ich kann den Geruch immer noch nicht aus der Nase bekommen.“ Es bestehe keine Gefahr für andere Kinder außerhalb dieser Familie, betonte William Archer, der Staatsanwalt von Vinton County. „Es handelt sich nicht um Menschenhandel, das ist ein innerfamiliärer Vorfall“, sagte er, ohne weitere Details bekannt zu geben.

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Festgenommene: Eltern und Großeltern

Die vier festgenommenen Erwachsenen sind die Eltern und Großeltern der Kinder: Gary Siders Jr. (36), Gary Siders (73), Elizabeth Siders (33) und Christina Siders (67). Alle vier bekannten sich laut „NBC News“ nicht schuldig. Wie der US-Sender berichtet, soll Elizabeth Siders den Vater der Kinder geheiratet haben, als sie selbst 15 Jahre alt war.

Keine Schulaufzeichnungen – Familie blieb unter dem Radar

Zudem sollen im zuständigen Schulbezirk keine Aufzeichnungen darüber vorliegen, dass eines der 16 Kinder jemals eingeschult gewesen sei. Die Familie soll in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrfach im südlichen Ohio umgezogen sein, offenbar ohne medizinische oder behördliche Dokumente anzulegen. Das erklärt laut Ermittlern, warum der Fall so lange unentdeckt blieb. Die Kinder wurden den Angaben zufolge medizinisch versorgt und befinden sich jetzt in sicherer Umgebung. Die Ermittlungen laufen. Für die vier Festgenommenen wurde eine Kaution von je 300.000 Dollar (gut 263.000 Euro) festgesetzt.

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