Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) steht vor einem teuren Neuanfang: Nach dem Scheitern von Julian Nagelsmann als Bundestrainer setzt der Verband nun auf Jürgen Klopp als Heilsbringer. Die Verpflichtung des ehemaligen Liverpool-Trainers wird den DFB nach Informationen aus Verbandskreisen mehrere Millionen Euro pro Jahr kosten. Doch allein ein Trainerwechsel reicht nicht, warnen Experten. Es brauche radikalere Reformen im DFB.
Nagelsmanns Scheitern in alten Mustern
Julian Nagelsmann, der 2023 als großer Hoffnungsträger angetreten war, konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Laut Sportdirektor Rudi Völler fiel Nagelsmann „in alte Muster zurück“ und verlor den Rückhalt in der Mannschaft. Nach einer enttäuschenden Europameisterschaft 2024 und einer schwachen Nations-League-Kampagne 2025 war der Druck unhaltbar geworden. Nagelsmann trat am 30. Juni 2026 zurück.
Klopp als teurer Heilsbringer
Der DFB einigte sich am 2. Juli 2026 mit Jürgen Klopp auf einen Vertrag bis 2028. Klopp, der nach neun Jahren bei Liverpool eine Auszeit genommen hatte, soll die Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft 2026 führen. Finanzvorstand Stephan Grunwald bestätigte, dass Klopps Gehalt „deutlich über dem von Nagelsmann“ liege. Branchenkenner schätzen die Gesamtkosten auf rund 15 Millionen Euro pro Jahr, inklusive Bonuszahlungen und Abfindungen für Nagelsmann.
Radikalere Reformen gefordert
Fußballexperten wie Michael Ballack kritisieren, dass der DFB mit Klopp nur ein Symptom bekämpfe. „Der Verband braucht eine grundlegende Strukturreform – von der Talentförderung bis zur Führungsetage“, sagte Ballack dem SPIEGEL. Auch die Trainerausbildung müsse modernisiert werden. „Klopp allein wird nichts ändern, wenn das System dahinter nicht reformiert wird“, so Ballack weiter. Der DFB kündigte an, im Herbst eine Kommission zur Reform der Nachwuchsarbeit einzusetzen.



