Mehr als zwei Jahre nach ihrem Verschwinden ist der Fall der Dresdnerin Corina Niemand tragisch zu Ende gegangen: Ihre sterblichen Überreste wurden entdeckt. Die Polizei in Sachsen sucht nun Zeugen, die Aufschluss über die Todesumstände geben können.
Knochenfund unterhalb der Begerburg
Bereits im April hatte ein Grundstückseigentümer auf seinem felsigen Areal unterhalb der Begerburg, einer burgähnlichen Villa im Dresdner Ortsteil Dölzschen im Plauenschen Grund, einen menschlichen Knochen entdeckt. Die anschließende rechtsmedizinische Untersuchung erbrachte Gewissheit: Der Knochen stammt zweifelsfrei von der seit dem 23. März 2024 vermissten Corina Niemand, wie Polizeisprecher Thomas Geithner am Montag in Dresden mitteilte.
Die Kriminalpolizei durchkämmte daraufhin das gesamte Grundstück, das nur wenige hundert Meter von der damaligen Wohnadresse der 43-Jährigen entfernt liegt. Weitere menschliche Überreste wurden jedoch nicht gefunden. Es ist möglich, dass wilde Tiere weitere Spuren beseitigt haben, so die Ermittler.
Mysteriöser Vermisstenfall mit internationalen Bezügen
Die Fahndung nach Corina Niemand, die offiziell erst jetzt mit der Nennung ihres vollständigen Namens bekannt gegeben wurde, erstreckte sich über Kontinente hinweg. „Die Ermittlungen erstreckten sich bis nach Spanien und Hawaii, wo die Vermisste während ihres Studiums zeitweise lebte“, erklärte Geithner. Der Fall blieb über zwei Jahre lang ungelöst, bis der Knochenfund neue Fragen aufwarf.
„Durch die bisherigen Ermittlungen lassen sich weder ein Unfall noch ein Suizid oder eine Straftat als Ursache ausschließen“, so der Polizeisprecher weiter. Die Hintergründe des Todes bleiben damit weiterhin unklar. Die Polizei sucht nun dringend Zeugen, die Corina Niemand seit dem 23. März 2024 gesehen haben oder die damals verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden gemacht haben.
Polizei bittet um Hinweise – Fall bei „Aktenzeichen XY“
Die Dresdner Kripo-Fahnder werden den Fall noch einmal am 8. Juli in der Sendung „Aktenzeichen XY ... Vermisst“ (20.15 Uhr, ZDF) vorstellen, um weitere Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten. Zeugen können sich unter der Telefonnummer 0351/4832233 bei der Polizei melden. Das Fahndungsplakat ist weiterhin auf der Homepage der Polizei Sachsen abrufbar.



