Helm, Hund und Hightech: So werden Berlins Gefängnisse sicherer
Helm, Hund und Hightech: Berlins Gefängnisse sicherer

Neue Sicherheitsmaßnahmen in der JVA Heidering

Die Justizvollzugsanstalt Heidering in Großbeeren bei Berlin setzt verstärkt auf moderne Technik und speziell ausgebildete Hunde, um Drogen, Gewalt und Aggressionen hinter Gittern zu bekämpfen. Nach mehreren Vorfällen in den vergangenen Monaten, bei denen Bedienstete angegriffen wurden, hat die Anstalt ein umfassendes Sicherheitspaket geschnürt. „Wir müssen die Sicherheit für unsere Mitarbeiter und Insassen gleichermaßen gewährleisten“, sagte Anstaltsleiter Thomas Müller gegenüber der Berliner Morgenpost.

Drogenspürhunde und Körperkameras

Ein zentraler Bestandteil der neuen Strategie ist der Einsatz von Drogenspürhunden wie Diensthündin Tara. Die Hunde werden regelmäßig in den Hafträumen und Gemeinschaftsbereichen eingesetzt, um Betäubungsmittel aufzuspüren. „Allein im ersten Halbjahr 2026 konnten wir die Zahl der Drogenfunde um 40 Prozent steigern“, so Müller. Zudem tragen alle Bediensteten jetzt Körperkameras (Bodycams), die bei Konflikten automatisch aufzeichnen. Dies habe bereits zu einer spürbaren Deeskalation geführt, da sich die Insassen beobachtet fühlten.

Hightech gegen verbotene Gegenstände

Neben den Hunden setzt die Anstalt auf moderne Scanner-Technik. Neue Durchgangsscanner mit KI-gestützter Bilderkennung können selbst kleinste Mengen Drogen oder Waffen in Körperhöhlen oder Gepäckstücken identifizieren. „Die Technik erkennt auch Gegenstände, die herkömmliche Metalldetektoren übersehen“, erklärte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Justiz. Die Investitionen in die Sicherheitstechnik belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Aggression und Drohungen im Alltag

Die Gewalt gegen Beamte ist in den Berliner Gefängnissen ein wachsendes Problem. Laut einer internen Statistik der Justizverwaltung gab es 2025 über 300 Übergriffe auf Bedienstete – ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Die Aggression der Insassen nimmt zu, auch bedingt durch Drogenkonsum und psychische Probleme“, sagte Müller. Die Anstalt reagiert mit verstärkten Schulungen für das Personal im Umgang mit aggressiven Häftlingen und mit dem Einsatz von Schutzausrüstung wie Helmen und Schutzwesten.

Ausblick: Weitere Maßnahmen geplant

Die JVA Heidering gilt als Pilotprojekt für andere Haftanstalten in Berlin. Die Senatsjustizverwaltung prüft derzeit, ob die Maßnahmen auf weitere Gefängnisse ausgeweitet werden. „Wir wollen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt und Drogen“, so ein Sprecher. Langfristig ist auch der Einsatz von Drohnen zur Überwachung der Gefängnisaußenbereiche geplant.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration